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Verkürzte Verkehrsinsel verärgert Ortsrat Höver

Sehnde Verkürzte Verkehrsinsel verärgert Ortsrat Höver

Die Region Hannover hat die Verkehrsinsel vor dem Gewerbegebiet Gretlade verkleinert – gegen den Wunsch der Stadt. Jetzt fahren wieder vermehrt Lastwagen durch das Dorf, moniert der Ortsrat.

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So ist es nicht gewollt (Bild oben): Der Transporter fährt in Richtung Ortsmitte. So ist es gewollt (Bild unten): Der Sattelzug fährt entgegen der Ortsmitte zur B 65.

Quelle: Fotos: Kühn

Höver. Eine Verkehrsinsel sorgt in Höver für mächtig Ärger. Die Region Hannover hat die durch schwere Lastwagen beschädigte Insel auf der Hannoverschen Straße (K 142) vor der Zufahrt zum Gewerbegebiet Gretlade deutlich verkleinert – gegen die Empfehlung der Stadt, und ohne den Ortsrat zu informieren. „Jetzt fahren wieder erheblich mehr Lastwagen durch Höver“, empört sich die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Elisabeth Schärling (CDU). Dabei habe der Ortsrat der Entwicklung des Gewerbegebiets vor 20 Jahren nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass eine große Verkehrsinsel den Lastwagenverkehr eben nicht durch das Dorf, sondern in entgegengesetzter Richtung zur B 65 leiten sollte.

„Dass wir nicht informiert worden sind, ist unmöglich“, kritisiert Schärling. Sie habe schon vor mehr als drei Wochen einen Brief an die Region geschrieben, aber noch immer keine Antwort enthalten. Darin beklagt Schärling, dass Höver bereits stark unter dem ständig zunehmenden Verkehr leide. Aktive aus dem Ort hätten deshalb bereits vor längerer Zeit sogenannte Verkehrsmännchen gegenüber der Zufahrt zum Gewerbegebiet aufgestellt, um die Lastwagenfahrer zusätzlich zu animieren, nicht durch den Ort zu fahren. 

Region bricht ihr „Versprechen“

Die Region habe bei der Entwicklung des Gewerbegebiets vor bald 20 Jahren zugesagt, an der Gretlade eine extra große Verkehrsinsel zu bauen, die es großen Fahrzeugen erschweren, wenn nicht unmöglich machen sollte, nach links Richtung Ortsmitte abzubiegen. Das bestätigt der ehemalige Ortsbürgermeister (1991–2001) Horst Neumann. „Jetzt hat die Region ihr Versprechen gebrochen“, sagt der 85-Jährige. „Das ist nicht in Ordnung, wir hatten ja unsere Gründe.“ Der Ortsrat habe damals sogar angeregt, am Ende noch einen Poller zu setzen, um das Linksabbiegen zu erschweren. Doch dies sei abgelehnt worden. 

Die Region argumentiert, dass die Verkehrsinsel durch links abbiegende Fahrzeuge immer wieder beschädigt worden sei. Nachdem man die Leitbake schon sechsmal ausgetauscht habe, habe man sich für den Rückbau entschieden, erklärt Regionssprecher Klaus Abelmann. Das Grobpflaster sorge zudem dafür, dass es bei der Überfahrt „rumpelt“: „Einen Zusammenhang zwischen der Zunahme des Lastwagenverkehrs im Ort und dem Umbau der Verkehrsinsel vermögen wir nicht zu erkennen.“ Für Schärling zählen diese Argumente nicht: „Ich habe mein Vertrauen in Zusagen und Absprachen verloren und empfinde die Region als größten Feind unseres Ortes.“ 

Auch die Stadt hat versucht, die Verkleinerung der Verkehrsinsel zu verhindern – vergeblich. „Wir finden das auch nicht gut“, versichert Fachdienstleiter Godehard Kraft. Da es sich bei der K 142 um eine Regionsstraße handele, habe man aber keine Einflussmöglichkeit gehabt. Immerhin sei auf Empfehlung der Stadt auf der verkleinerten Fläche das Grobpflaster verlegt worden, damit der Straßenraum optisch erkennbar bleibe und von den Fahrern auch spürbar wahrgenommen werde, wenn sie darüber fahren. Ob der Effekt aber auch tatsächlich wirke, sei schwer einzuschätzen. Denn Zählungen, ob seitdem mehr oder weniger Lastwagen durch den Ort fahren, gebe es nicht.

Von Oliver Kühn

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