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Sandra Lorenz wedelt beim Aufguss am besten

Sehnde Sandra Lorenz wedelt beim Aufguss am besten

Eine Müllingerin wedelt am besten: Saunameisterin Sandra Lorenz hat den ersten Platz bei der Deutschen Aufgussmeistschaft in Bad Mergentheim gewonnen. Mit ihrem Kollegen Hans-Peter Brockmöller überzeugte sie die Jury im Teamwettbewerb - mit tollen Düften, perfekter Handtuchtechnik und gefühlvoller Show.

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Gut gewedelt: Sandra Lorenz zeigt die Goldmedaille, die sie in der Teamwertung bei der diesjährigen Deutschen Aufgussmeisterschaft geholt hat.

Quelle: Katja Eggers

Müllingen. Die beiden Saunameister aus dem aquaLaatzium brachten die sechsköpfige Jury und rund 200 Besucher in der Großraumsauna nicht nur gehörig zum Schwitzen, sondern auch zum Staunen und Schmunzeln. Einige waren nach der Vorführung sogar so gerührt, dass sie ein paar Tränen vergossen. "Eine Show ist gut, wenn sie zu Herzen geht und Wow-Effekte hat", erklärt Sandra Lorenz.

Zusammen mit Brockmöller spielt die 30-Jährige in der selbst erdachten Aufguss-Show ein Ehepaar, das sich erst streitet und dann wieder versöhnt: Er hat den zehnten Hochzeitstag vergessen und geht stattdessen zum Fußball, sie hockt zu Hause und macht ihm bei seiner Rückkehr die Hölle heiß.

Dazu gibt es - je nach Situation - die passende Musik und Beleuchtung und etliche Aufgüsse mit unterschiedlichen Biodüften. Sie reichen vom lieblichen Lavendel über die fruchtige Zitrone bis hin zur waldig-würzigen Zirbelkiefer. Im Finale der zwölfminütigen Show wirft Lorenz voller Wut ein Herz aus Eis auf den Ofen. Beim Happy End liegen sich die Eheleute dann aber doch wieder in den Armen.

Lorenz und Brockmöller sind während ihres "Ehedramas" permanent in Bewegung, wirbeln durch die Sauna, gießen mal einzeln, mal synchron die Flüssigkeiten auf den Ofen. "Jeder Handgriff muss perfekt sitzen", betont Lorenz. Teamgeist, Mimik und Gestik, Moderation, Sicherheitshinweise und Begrüßung der Gäste auf deutsch und englisch müssen ebenfalls stimmen.

Punkte gab es auch für die Wärmeverteilung und die Hitzesteigerung. "Da muss man sanft anfangen, sich dann steigern und am Ende muss ein leichter Gluthauch auf der Haut entstehen", betont Lorenz. Für das optimale Ergebnis hat sie unzählige Probeaufgüsse gemacht.

Auch die Wedeltechnik haben die beiden Saunameister immer und immer wieder geübt. Und Wedeln ist nicht gleich Wedeln. "Es gibt 34 Techniken", erklärt Lorenz. Man könne propellern und schlagen, in Schleifen und Achten wedeln, mit Handtüchern und Fächern oder wie Brockmüller mit einer großen Deutschlandfahne. Viele Techniken würden zwar spektakulär aussehen, aber die Hitze kaum in der Sauna verteilen, sagt die Wedelexpertin.

Bei der Deutschen Meisterschaft haben Lorenz und Brockmöller zehn Teams auf die Plätze verwiesen und sich obendrein für die Saunaaufguss-Weltmeisterschaft in Brandenburg qualifiziert. Dort schaffte es das Duo ins Finale unter die besten acht und landeten am Ende auf dem sechsten Platz.

Ihr enormes Wissen rund um Sauna, Düfte und Aufgüsse hat sich Lorenz vor allem durch "learning by doing" und Erfahrungsaustausch mit Kollegen angeeignet. "Saunameisterin ist kein Ausbildungsberuf", betont die Müllingerin. Sie ist eigentlich gelernte Floristin und stammt aus Leipzig. Als Kind hat sie Sauna gehasst, heute geht sie auch in ihrer Freizeit selbst gern mal schwitzen.

Saunameisterin ist Lorenz seit neun Jahren. Zuerst übte sie den Job in der Sachsentherme aus, seit vier Jahren gießt sie Vollzeit im aquaLatzium auf. Mittlerweile hat sie sich ein Repertoire von elf Show-Aufgüssen angeeignet. Die Themen reichen von Tanz der Vampire und Thriller über Pink Panther bis zu Halloween und Höllenfeuer.

Fünf Tipps für den Saunagang

1. Erstmal duschen
Vor dem ersten Saunagang gründlich reinigen und abtrocknen. Nicht nass in die Schwitzkammer - verdunstendes Duschwasser kühlt den Körper ab und man schwitzt weniger.

2. Nicht zwischen den Saunagängen trinken
Ansonsten kann der Körper nicht entschlacken. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens zwei Stunden zurückliegen. Die Verdauung belastet sonst den Kreislauf. Nach dem letzten Gang dafür umso mehr trinken.
3. Erst an die Luft, dann ins kalte Wasser
Nach jedem Saunagang zuerst ein paar Minuten im Freien auf und ab gehen. Dann kalt abduschen. Zum Schluss gern noch ins kalte Tauchbad.

4. Nicht gleich auf die oberste Stufe
Oben ist die Hitze am größten. Anfänger beginnen daher auf den unteren Bänken. Beim Schwitzen am besten liegen. Die letzten zwei Minuten aufrecht sitzen, um den Kreislauf zu stabilisieren.

5. Vorsicht mit den Aufgüssen
Aufgüsse sind ein zusätzlicher Hitzereiz und sollten zum Ende des Saunaganges gemacht werden. Bei Duftstoffen genau an die Dosierungsanleitung halten, sonst werden Schleimhäute und Atemwege zu stark gereizt.

Von Katja Eggers

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