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Carsten Milde will die KGS verlassen

Sehnde Carsten Milde will die KGS verlassen

Das dürfte für viele sehr überraschend kommen: Carsten Milde, Schulleiter der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS), will die Schule verlassen und hat sich zur Landesschulbehörde beworben. Damit würde die Leiterstelle in einer der größten weiterführenden Schulen Niedersachsens das erste Mal in ihrer Geschichte vakant werden.

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Die beiden verheerenden Brände des O-Trakts im März 2015 und der Turnhalle im Juni 2016 waren mit die größten Herausforderungen für Schulleiter Carsten Milde.

Quelle: privat

Sehnde. Milde hat sich als schulfachlicher Dezernent für die Regionalabteilung Hannover der Landesschulbehörde beworben. "Das ist eine neue Herausforderung und eine seltene Chance", sagt der 50-Jährige. Er habe nun die Hälfte seines Berufslebens erreicht, und solche Stellen gebe es nur selten. Sollte Milde in die Schulaufsicht wechseln, wäre er im Dezernat III für 20 Gesamtschulen und Gymnasien zuständig - um möglichen Interessenskonflikten aus dem Weg zu gehen allerdings nicht für die KGS und auch nicht für Schulen in Lehrte, weil dort seine Kinder auf die IGS gehen.

Allerdings sei noch nichts entschieden, betont Milde. Der zweite Teil des Bewerbungsverfahrens gehe erst Ende September über die Bühne. Dann könne es aber sehr schnell gehen. Milde rechnet mit einer Entscheidung noch in diesem Herbst. Dann wäre die Stelle des Schulleiters der KGS Sehnde das erste Mal seit ihrem 25-jährigen Bestehen vakant. Aber nicht führerlos, wie Milde unterstreicht. "Wir haben eine sechsköpfige Schulleitung, und fünf davon bleiben ja." Die Kontinuität im Schulleben sei damit gewährleistet. Milde ist erst der dritte Schulleiter in einem Vierteljahrhundert. Mit die größten Herausforderungen waren das Management der Sanierung der Schule nach dem verheerenden Großbrand im März 2015 und nach dem Großbrand der Turnhalle im Juni 2016.

Milde ist seit 15 Jahren an der KGS tätig, davon seit knapp drei Jahren als Schulleiter. Er war zwölf Jahre in der Schulleitung vertreten und zudem didaktischer Leiter. Außerdem unterrichtet er Mathematik und Sport. Vorher war er nach seinem Referendariat an der KGS Ronnenberg beschäftigt.

Die Arbeit an der KGS sei zwar ein "Traumjob", aber auch sehr stressig. Dies sei aber nicht der Hauptausschlag gewesen, betont Milde. "Die Arbeitszufriedenheit war noch nie so hoch wie jetzt, die Belastung aber auch nicht", resümiert der 50-Jährige. Die neue Tätigkeit in der Landesschulbehörde werde zwar auch "kein laues Leben", dafür könne er aber anders als jetzt wenigstens seine Überstunden notieren.

In der Behörde wechsele er zwar zur Schulaufsicht, wolle aber seine Kollegen in den Schulen intensiv beraten und unterstützen. "Mein Ziel war es stets, die Rahmenbedingungen für gute Bildung zu verbessern", nennt Milde als sein Credo. Dies sei auch sein politischer Antrieb als Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen in Lehrte gewesen. Mit dem Wechsel werde er zwar nicht mehr als Schulleiter pädagogisch wirken können, dafür auf einer anderen Ebene und weiter gestreut.

Seine Kollegen habe er schon länger informiert und dabei viel Bedauern herausgehört - was einem Kompliment gleichkommt. Die Zusammenarbeit im Kollegium sei sehr kollegial, und auch der Umgang der Politiker in Sehnde mit der Schule sei stets sehr gut, ergebnisorientiert und offen gewesen, bedankt sich Milde rückblickend.

Von Oliver Kühn

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