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Obelisk jetzt vor Bortfeld-Hof?

Sehnde Obelisk jetzt vor Bortfeld-Hof?

Streit um einen Stein: Der Gedenkstein für den Kriegsgefallenen Carl Hermann Osterwald lagert seit Langem im Bauhof, weil die Kirche ihn nicht will und am alten Standort bislang kein Platz mehr war. Nun hat ein Landwirt einen Vorschlag.

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Auf der Grünfläche vor dem Hof von Otto Bortfeld könnte der Gedenkstein für Carl Osterwald einen neuen Platz finden.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. Die Frage, wohin der Gedenkstein für Carl Hermann Osterwald gehört, den einzigen gefallenen Sehnder im deutsch-französischen Krieg von 1870/71, erhitzt die Gemüter. Die evangelische Kirchengemeinde will den Obelisk nicht. Dafür hat Landwirt Otto Bortfeld nun aber angeregt, den Stein vor seinem Hof aufstellen zu lassen.

„Da wäre eine gedankliche Verbindung gegeben“, sagt Bortfeld. Denn seinen heutigen Hof an der Nordstraße 10 hat früher die Familie des Gefallenen bewirtschaftet. Der Name von Osterwalds Vater, Johann Conrad Osterwald, ist noch immer auf einem Holzbalken an der Scheune zu lesen.

Bortfeld schlägt vor, dass der Gedenkstein künftig an einer Eiche neben der Scheune aufgestellt wird. Die dortige Grünfläche gehört allerdings der Stadt. „Die müsste dort die Büsche wegschneiden“, sagt Bortfeld.

Derzeit lagert der Gedenkstein auf dem Bauhof. Die Stadt hatte ihn an seinem bisherigen Standort an der Straße Am Stadion entfernt, als dort die Sanierungsarbeiten anfingen. Der Heimatbund hat bei der Stadt mittlerweile beantragt, den Stein künftig neben dem Kriegerdenkmal auf den ehemaligen Friedhof an der Kreuzkirche aufstellen zu lassen.

Der Kirchenvorstand lehnt das aber kategorisch ab. „Wir bleiben bei unserem Nein“, sagt Pastor Uwe Büttner. Bereits 2013 hatte das Grünflächenamt bei der Kirche angefragt, ob man das kleine Denkmal nicht an der Kreuzkirche aufstellen könnte. Auch damals hatte die Kirche das verneint. Die Gründe sind damals wie heute die gleichen.

„Auf dem Friedhof sollen grundsätzlich keine neuen Grab- oder Gedenksteine gesetzt werden“, sagt Büttner. Der Stein für Osterwald sei außerdem ein Denkmal für die Öffentlichkeit und müsse deshalb auch wieder im öffentlichen Raum aufgestellt werden.

Neben dem Kriegerdenkmal mit seinen ideologisch gefärbten Inschriften auch noch einen weiteren Stein für einen Kriegsgefallenen zu stellen, würde die Aussagen des Kriegerdenkmals laut Büttner noch verstärken. „Und das passt nicht zu dem, was Kirche über Frieden vermittelt“, betont der Pastor.

Ob der Obelisk stattdessen wieder zurück ans Stadion oder an den Hof von Bortfeld kommt, entscheidet der Ortsrat Sehnde.

Von Katja Eggers

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