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Tabuzone für Windräder wird vergrößert

Sehnde Tabuzone für Windräder wird vergrößert

Für die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms der Region Hannover muss auch Sehnde Flächen für Windkraft ausweisen. Hauptstandorte sollen der Wirringer Berg und Dolgen sein. Statt bislang 400 Meter wird der Abstand der Windräder zur Wohnbebauung auf 800 Meter verdoppelt.

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In Wirringen sollen die alten Windkraftanlagen abgebaut und durch neue größere ersetzt werden.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Neu gegenüber dem alten Raumordnungsprogramm (RROP) ist der Abstand der Windräder zur Wohnbebauung: Statt bislang 400 Meter wird die sogenannte Tabuzone auf 800 Meter verdoppelt. Am Wirringer Berg sollen fünf alte und kleine Windkraftanlagen abgebaut und dafür drei neue große Anlagen entstehen - Repowering genannt. Da die Fläche aber von der Wohnbebauung weg weiter nach Süden verlegt wird, hatte der Ortsrat keine Bedenken.

Bedauert wurde lediglich, dass für neue Windräder keine Höhenbegrenzung von 200 Metern eingesetzt worden sei, sagte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Grun. Wie hoch sie sein dürfen, müsse im Einzelfall noch mit der Flugsicherung besprochen werden, teilte die Stadt mit. In Ilten und Klein Lobke etwa - dort greift der Artenschutz wegen des Vogelaufkommens - sind die Standorte für größere Anlagen nicht mehr geeignet. Die alten haben aber Bestandsschutz.

Agieren statt nur reagieren

Für das neue Raumordnungsprogramm 2016 muss die Stadt Flächennutzungs- und Bebauungspläne ändern. „So können wir agieren und nicht nur reagieren“, sagt Fachbereichsleiter Godehard Kraft. Sonst lege die Region womöglich Flächen fest, die aus Sicht der Kommune noch weniger geeignet wären. Die jetzt festgelegten Standorte seien aber erst der Einstieg ins Verfahren. Denn einige Punkte seien noch gar nicht geklärt: etwa der Artenschutz aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen oder die Vorgaben der Flugsicherung. Endgültig entscheidet nächste Woche der Rat.

Bleibt als Potenzialfläche nur noch der Norden von Dolgen, wo neun Windräder denkbar wären. Doch dort wurde der geschützte Rotmilan nachgewiesen. Deshalb muss die Fläche für Windräder weiter nach Süden verschoben werden - im Gegensatz zu Wirringen dichter an die Wohnbebauung heran. Im Ortsrat hat die SPD deshalb dagegen gestimmt. „Wir sehen das als Mogelpackung und fühlen uns verschaukelt“, sagte Roswita Horn, stellvertretende Ortsbürgermeisterin.

Bislang sei bei der Stadt immer von einem Mindestabstand von 1000 Metern die Rede gewesen. Fachbereichsleiter Godehard Kraft hatte im Stadtentwicklungsausschuss zwar angekündigt, dass die 1000 Meter für die Stadt weiterhin das Ziel seien. Dies müsse aber später im Bebauungsplan geregelt werden. Horn ist trotzdem skeptisch: „Wer sagt, dass es so kommt?“ Vor allem der Infraschall, extrem tiefe und für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Töne, könnten zu Gesundheitsstörungen führen.

Noch mehr wurmt sie, dass in Dolgen zwar von einem Testfeld für Windenergieanlagen die Rede ist, es aber keine Erläuterung gibt, was passiert, wenn es dafür keine Interessenten gibt. „Ob Dolgen ein Testfeld bleibt oder ein kommerzieller Windpark wird, muss die Zukunft zeigen“, sagte Kraft. Das hänge vor allem davon ab, ob es Anfragen aus der Wirtschaft für solch eine Nutzung gebe. „Warum hat man das nicht in die Vorlage geschrieben“, sagte Horn verwundert und vermutete Kalkül dahinter.

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