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Sehnde will Montag über Pferdesteuer entscheiden

Abgabe für Pferdehalter Sehnde will Montag über Pferdesteuer entscheiden

Ein Grundsatzurteil ermöglicht es Kommunen, Pferdebesitzer zur Kasse zu bitten. Als erste niedersächsische Gemeinde könnte Sehnde eine solche Abgabe einführen. Am Montagabend soll die Entscheidung fallen, allerdings regt sich bereits Protest gegen den Vorschlag der Verwaltung.

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Sie könnten bald mehr Geld kosten: Pferde in Sehnde.

Quelle: Julian Stratenschulte

Sehnde. Im Finanzausschuss von Sehnde werden sie sich Montag die Köpfe heißreden. Als erste Kommune in Niedersachsen könnte Sehnde eine Pferdesteuer einführen, um den defizitären Haushalt zu sanieren. Das Bundesverwaltungsgericht hat dass Erheben einer solchen Abgabe kürzlich erlaubt. Doch bei Pferdehaltern regt sich Protest.

Hundehalter haben sich mit der Hundesteuer vielfach schon abgefunden - jetzt drohen den Pferdehaltern ähnliche Abgaben. 200 Euro pro Jahr und Tier - so lautet der Vorschlag der Sehnder Gemeindeverwaltung. Sehndes Kämmerer Peter Wissmann rechnet für das kommende Jahr mit einem Haushaltsdefizit von mehr als 3 Millionen Euro. Pferdehalter könnten Linderung verschaffen. „Es ist eine Beratungsgrundlage. Letztendlich entscheidet die Politik“, sagt Wissmann. Etwa 300 Pferde gibt es im Stadtgebiet, die Einnahmen würden also 60 000 Euro betragen.

Was meinen Sie?

Als erste niedersächsische Gemeinde erwägt Sehnde die Einführung einer Pferdesteuer. Was sagen Sie dazu?

Bundesweit erheben mindestens drei Kommunen in Hessen Pferdesteuern. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat in einer Onlinepetition mehr als eine halbe Million Unterschriften gegen derartige Abgaben gesammelt - bisher ohne Erfolg.

Beim Städte- und Gemeindebund in Hannover ist Thorsten Bullerdiek skeptisch. Mehrere Kommunen in Niedersachsen hätten Pläne zur Einführung der Steuer wieder verworfen. „Man trifft damit nicht nur die Reichen“, sagt Bullerdiek. Außerdem müssten die Kommunen zunächst die Zahl der Pferde ermitteln, nach dem Leipziger Urteil dürfe die Steuer nicht für Arbeitspferde erhoben werden. „Das sind eine ganze Menge in den Reitschulen und Kutschbetrieben“, sagte Bullerdiek. Auch Sportpferde seien wohl von der Steuer zu befreien, schließlich müssten Fußballvereine auch keine Abgaben für ihren Platz oder die Bälle bezahlen.

Reiter wollen Montag protestieren

In Reiterkreisen hat sich die geplante Pferdesteuer wie ein Lauffeuer herumgesprochen. „Viele Pferdebesitzer haben nicht so viel Geld und deshalb nur Reitbeteiligungen“, sagt Dietlind Boedecker, Betreiberin eines Reitstalls in Bilm. Sie befürchtet, dass viele Besitzer ihre Tiere verkaufen oder kein neues mehr anschaffen. Aus diesem Grund gebe es in Schleswig-Holstein schon die erste Pferdeklappe. Und es könne Arbeitsplätze kosten. Zudem ärgere sie sich über eine Pferdesteuer, von der sie nichts habe, während gleichzeitig immer mehr Reitwege gesperrt würden.

Auf Facebook haben Besitzer aufgerufen, Montagabend in die Finanzausschusssitzung zu kommen, wo das Thema auf der Tagesordnung steht. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Anbau des Rathauses Sehnde, Eingang Nordstraße 19. „Es wäre schön, wenn viele Pferdeleute in Reitkleidung (bitte nicht zu teure) anwesend sein könnten“, heißt es dazu.

(mit: dpa)

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