Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 16 ° Gewitter

Navigation:
Sechseinhalb Jahre Haft für jungen Sehnder

Versuchter Totschlag Sechseinhalb Jahre Haft für jungen Sehnder

Er war alkoholisiert, ist komplett ausgerastet, hat um sich geschlagen und eines seiner Opfer noch ins Gesicht getreten, als es schon am Boden lag: Nun muss der 23-jährige Sehnder ins Gefängnis.

Voriger Artikel
Schützenfest beginnt mit Achtzigerjahreparty
Nächster Artikel
Wieder Feuer in Klein Lobke - Brandstiftung?

Das Landgericht Hildesheim verurteilt einen 23-jährigen Sehnder zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe.xx

Quelle: Uli Deck

Sehnde. Das Landgericht Hildesheim verurteilte den Mann jetzt zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Außerdem ordnete die Strafkammer die Unterbringung des Sehnders in einer Entziehungsanstalt an. Dort soll er von seiner Alkoholabhängigkeit befreit werden.

Die schlimmen Prügelszenen hatten sich in der Nacht zum 28. Mai vergangenen Jahres auf dem Parkplatz des Rewe-Markts an der Peiner Straße abgespielt. Zwei Männer wurden dort bei einem Trinkgelage zum Ziel der Aggressionen des kräftig gebauten 23-Jährigen. Die Opfer machten vor Gericht klare Aussagen zu dem Geschehen, bei dem sie beide Verletzungen erlitten. Andere Zeugen wollten oder konnten sich indes an nichts Konkretes erinnern.

Das Gericht sieht die Attacken auf die zwei Opfer als bewiesen an, bewertet die Angriffe aber unterschiedlich. Dass der 23-Jährige den bereits am Boden liegenden Mann noch mit großer Wucht gegen den Kopf getreten hat, wertete die Kammer als „bedingten Tötungsvorsatz“. Der junge Sehnder habe durchaus die Gefährlichkeit seiner Aktion erkennen und deren mögliche Tödlichkeit einschätzen können. Allein dafür verhängte das Gericht eine Einzelstrafe von sechs Jahren. Bei der Attacke auf das zweite Opfer erkannte das Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung auf eine Einzelstrafe von einem Jahr.

Für einen Einbruchsversuch in das Vereinshaus des Golfclubs Rethmar, den der 23-Jährige freimütig zugegeben hatte, gab es noch sechs Monate Haft obendrauf. Die Kammer zog die Einzelstrafen zusammen, gewährte den in solchen Fällen üblichen Nachlass und kam auf sechs Jahre und sechs Monate Freiheitsentzug.

Ob der Sehnder die komplette Strafe absitzen wird, ist noch unklar. Ein Jahr und drei Monate wird er auf jeden Fall zunächst im Gefängnis bleiben, dann folgt eine Unterbringung in einer geschlossenen Entziehungsanstalt, die zwei Jahre dauern wird. Hat die Behandlung Erfolg, könnte der Sehnder anschließend auf Bewährung wieder auf freien Fuß kommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Sie führte aber für ihren Mandanten zum Tatzeitpunkt verminderte Schuldfähigkeit wegen des hohen Alkoholkonsums an.

Besondere Bedeutung hatte daher während der Verhandlung die Aussage eines Gutachters. Er legte dar, dass der Angeklagte in der Zeit vor der Tat täglich etwa eine Flasche Wodka zu sich genommen sowie drei bis vier Gramm Marihuana geraucht und an Wochenenden auch noch andere Drogen konsumiert hatte. Der massige Mann war also Alkohol und Drogen gewöhnt, und einen Filmriss habe er in der Tatnacht sicher nicht gehabt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6vk2w0rifw9183k6x18g
Verkohlte Bäume werden diese Woche gefällt

Fotostrecke Sehnde: Verkohlte Bäume werden diese Woche gefällt