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Unermüdlich im Einsatz für die Wohlfühlkirche

Sehnde Unermüdlich im Einsatz für die Wohlfühlkirche

Mit dem Förderverein der Sehnder Kreuzkirche ist kein Name so eng verknüpft wie ihrer: Siegtraut Elger hat als Vorsitzende 22 Jahre lang unermüdlich Spendengelder für den Erhalt und die Verschönerung des Gotteshauses eingeworben. Jetzt möchte die 79-Jährige den Posten an Jüngere abgeben - doch das wird schwierig.

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Siegtraut Elger steht dem Förderverein seit seiner Gründung vor 22 Jahren vor.

Quelle: Katja Eggers

Sehnde. Ins Leben gerufen wurde der Förderverein der Kirche zum Heiligen Kreuz 1995, als sich die Kuppel des Gotteshauses gefährlich senkte und man Geld für die aufwendige Dachsanierung brauchte. Elger übernahm schon damals den Vorsitz. Sie rührte seitdem unermüdlich die Werbetrommel, sprach hartnäckig immer wieder potenzielle Spender an und ließ keine Gelegenheit aus, um Geld zum Wohle der Kirche in die Kasse zu holen.

Elgers Hartnäckigkeit zahlte sich aus. Die Liste der Projekte, die der Förderverein in den 22 Jahren seines Bestehens schon verwirklicht hat, ist entsprechend lang. Sie reicht vom Sisalteppich und Kronleuchtern über eine Lautsprecheranlage, Krippenfiguren, einen Gesangbuchwagen, Kollektenständer  und Hochzeitsstühle bis zu Kerzenständern zur 800-Jahr-Feier der Kirche.

"Aus kleineren Projekten wurden zunehmend größere", erklärt Elger. Und so finanzierte der Förderverein unter anderem die Gehwege über den Kirchhof, die Überdachung der historischen Grabsteine, Ruhebänke und Strahler. Um das Geld dafür zusammen zu bekommen, veranstaltete der Förderverein Flohmärkte, Weihnachts- und Osterbasare, Adventskaffeetrinken und Konzerte.

Großprojekte, wie das Altarbild des Künstlers Uwe Appold, wurden zwar von der Landeskirche bezuschusst, aber erst sobald der Förderverein von seiner Seite aus genug Eigenkapital angesammelt hatte. "Wir haben im Prinzip alles selbst erwirtschaftet", betont Elger. Größtes Projekt war die Orgelerweiterung um ein zweites Manual mit gleichzeitiger Überholung der gesamten Instrumentes.

Nach der Komplettsanierung der Kirche sorgte der Förderverein für einen neuen Teppichboden und ließ obendrein das Uhrwerk und die Zifferblätter der Kirchturmuhr reparieren. "Wir haben die Kirche mehr und mehr zur Wohlfühlkirche gemacht", erinnert sich Elger. Das Gotteshaus nennt sie längst ihr zweites Zuhause.

Geboren ist Elger 1937 im damaligen Pommern. 1945 flüchtete sie nach Westdeutschland und lebte zunächst in Hannover-Davenstedt. Ihr Fachabitur legte sie in England ab, in London studierte sie Englisch und Französisch. Nach Sehnde zog Elger mit ihrer Familie, weil dort ein Reihenhaus mit drei Kinderzimmern günstig zu haben war. Als der Nachwuchs aus dem Gröbsten raus war, arbeitete Elger wie schon zuvor als Auslandskorrespondentin, unter anderem für das Unternehmen Preussag.

In dieser Zeit belegte Elger ein Seniorenstudium in Kulturwissenschaften an der Uni Hannover. Dabei entstand die Idee zu den "Kaminabendkreisen im Bonhoefferhaus" - Elger organisierte die Kulturveranstaltung in Sehnde 20 Jahre lang und machte sie zu einer Institution. Von Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bekam sie dafür vor einigen Jahren die Ehrennadel der Stadt.

Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht

"Der Förderverein darf nicht aufgelöst werden." Dramatisch formuliert Siegtraut Elger die Situation, in der der Förderverein der Kreuzkirche sich zurzeit befindet. Nach 22 Jahren des ehrenamtlichen Engagements möchte sich Elger nun aus Altersgründen zurückziehen und den Vorsitz in jüngere Hände geben. Diese Hände lassen allerdings auf sich warten. "Bisher hat sich noch kein Nachfolger gefunden", bedauerte die 79-Jährige. Ende Mai sollen die Vorstandswahlen stattfinden. Wenn sich bis dahin kein neuer Vorsitzender gefunden habe, könne es sogar sein, dass der Verein aufgelöst werden müsste.

In Elgers Augen wäre das absurd. "Wir haben 100 Mitglieder", beschreibt sie einen durchaus aktiven Verein, der in der Vergangenheit insgesamt knapp 400.000 Euro zum Erhalt der Kirche erwirtschaftet hat. Allerdings habe sich in seinen Reihen niemand gefunden, der an die erste Stelle treten möchte. Daher sei auch jemand von außen willkommen. Jetzt sei eine besonders günstige Zeit, den Vorsitz zu wechseln, sagte die scheidende Chefin, denn es stehe gerade nichts Größeres an. "Im Moment geht es vor allem darum anzusammeln." In einer solchen Phase könne man sich gut in die ehrenamtliche Arbeit eingewöhnen und in Ruhe eigene Ideen entwickeln.

Sicher sei das nur eine vorübergehende Phase, wie Kreuzkirchenpastor Uwe Büttner erklärt: "Eine Kirche wie diese ist immer nur für eine kurze Zeit nicht renovierungsbedürftig." Zu verschönern und erneuern gibt es in der Kreuzkirche laut Elger noch so Einiges. Unter anderem könnte das bunte Glasfenster, das bisher noch ein Provisorium ist, künstlerisch gestaltet werden. Die Heizung müsste irgendwann erneuert werden, und ein Durchbruch in der Wand zum Kirchturm könnte Platz für ein kleines Andachtszimmer schaffen. Bei der neu gestalteten Orgel habe sich ebenfalls ein Problem ergeben: "Die Besucher der Konzerte haben mir gesagt, dass man das Treten der Pedale unter der Empore zu laut hört", berichtet Elger. Eine Dämmung könnte das Problem entschärfen.

Die Konzerte in der Kirche sind bisher die nach außen hin sichtbarsten Anstrengungen des Vereins gewesen, Spenden zu sammeln. Elger ist das Gotteshaus als Ort der Kultur wichtig. Ein neuer Vorsitzender könne aber natürlich neue und andere Akzente setzen. Ein Kulturimpresario müsse es nicht sein. Denn eines hat für Elger absolute Priorität: "Wir dürfen den Erhalt der Kreuzkirche nicht aus den Augen verlieren."

 

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Von Katja Eggers

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