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Stipendium für die Sozialassistentin Lisa

Sehnde Stipendium für die Sozialassistentin Lisa

Ein Stipendium für angehende Sozialassistenten und Erzieher: Mit diesem in der Region einzigartigen Projekt tritt die Stadt dem Fachkräftemangel entgegen. Lisa Kaune ist eine der Geförderten - und leistet ihr Praktikum in der Kita, die sie als Kind selbst besuchte.

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Lisa Kaune ist aktuelle Stipendiatin und arbeitet als Praktikantin in einer Krippengruppe der Kindertagesstätte Sehnde-West.

Quelle: Sandra Köhler

Sehnde. Gemütlich haben es die Krippenkinder der Kita Sehnde-West: Auf Kissen in der Spielecke beginnen sie ihren Tag mit dem Morgenkreis. Nach dem Begrüßungslied legt Praktikantin Lisa  Kaune verschiedenfarbige geometrische Formen in die Mitte. "Antonia, steh' bitte auf und nimm dir das blaue Dreieck und das gelbe Viereck", fordert sie ein Mädchen auf. "Das hast du toll gemacht", lobt sie die Kleine.

Flugs geht es zum Frühstück. Auch da ist die angehende Sozialassistentin etwa beim Brotdosen auspacken gefordert. Das Freispiel gefalle ihr am Besten, sagt die 19-jährige, die im vergangenen Jahr ihr Abitur an der KGS abgelegt hat: "Da kann ich eigene Angebote machen." Plan und Ergebnisse ihrer Projektwoche zum Thema "Das bin ich" hängen an der Gruppentür. Denn Transparenz gegenüber den Eltern ist wichtig. Doch auch beim Trösten, Konflikte klären und Wickeln ist sie voll integriert.

"Ich habe schon früh gewusst, dass ich was mit Kindern machen möchte", sagt Kaune. Dass es die Krippe sein soll, zeigte sich beim Schulpraktikum: "Es ist toll, mit dieser Altersgruppe zu arbeiten." Im März hat sie - wegen des Abiturs nach nur einem statt zwei Jahren Ausbildung an der Alice-Salomon-Schule - ihre Prüfung abgelegt. Deswegen ist sie auch die ganze Woche und nicht nur mehr zwei Tage in der Einrichtung, die sie selbst schon als Kindergartenkind besuchte.

Die Krippe gab es damals nicht. "Den Anbau haben wir 2015 mit dem Ausbau der Kinderbetreuung realisiert", sagt Fachdienstleiterin Katharina Fischer. Mit dem 2013 eingeführten Rechtsanspruch auf Betreuung von unter Dreijährigen habe sich der Bedarf an Plätzen ebenso erhöht wie die Personalknappheit. Ein Ende sei nicht abzusehen: "Sehnde wächst mit den Baugebieten weiter, darauf müssen wir reagieren." Mit dem zum Personalgewinnungskonzept gehörigen Stipendium will die Stadt qualifizierte Kräfte gewinnen. Denn bereits seit 2008 setzt sie neben einem Erzieher pro Krippengruppe mit 15 Kindern zusätzlich zwei Sozialassistenten ein: "Gesetzlich vorgeschrieben ist das erst ab 2020."

Michel Krüger, Lisas Gruppenleiter, findet das angebotene Stipendium gut: "Wenn jemand sich darauf bewirbt, ist der auf jeden Fall sehr motiviert. Ich hätte das auch in Anspruch genommen." Denn statt Lohn zu erhalten, müssen die Auszubildenden selbst für Monatskarte, Fachliteratur und je nach Schule auch noch Schulgeld aufkommen, sagt Lisa. Die Chancen stehen gut, dass sie der Stadt letztlich als Fachkraft erhalten bleibt. Auch wenn sie erst einmal die Erzieherausbildung anschließt. "Dann bin ich noch flexibler und kann auch Gruppenleiter werden."

 Bewerbungsfrist endet am 1. Juni

In diesem Jahr vergibt die Stadt Sehnde zum dritten Mal Stipendien für jeweils einen angehenden Sozialassistenten/-in und einen Erzieher/-in. Geförderte werden mit 150 Euro beziehungsweise 200 Euro monatlich unterstützt. Bewerben kann sich, wer zum Schuljahr 2017/18 einen Schulplatz an einer Fachschule, Fachakademie oder einem Berufskolleg vorweisen kann. Zudem müssen alle Praxisphasen während der Ausbildung in einer Einrichtung der Stadt abgeleistet werden. Ob Hort, Krippe oder Kita kann der Stipendiat auswählen. Bewerbungen mit Lebenslauf und Motivationsschreiben zur Begründung werden bis zum 1. Juni per E-Mail an katharina.fischer@sehnde.de und per Post an Katharina Fischer, Stadt Sehnde, Nordstraße 21, 31319 Sehnde entgegengenommen. Wichtig: Alle Unterlagen sollen als Kopie eingesandt werden, da die Bewerbungen nicht zurückgeschickt, sondern vernichtet werden.

Von Sandra Köhler

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