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Halle fehlt: TVE befürchtet Mitgliederschwund

Sehnde Halle fehlt: TVE befürchtet Mitgliederschwund

15 Monate ist es her, dass die Turnhalle an der Waldstraße abgebrannt ist - doch ein Neubau ist nicht in Sicht. Dem TVE Sehnde geht das an die Substanz: Wegen gekürzter Trainingszeiten befürchtet er, Mannschaften abmelden zu müssen und damit einen dramatischen Mitgliedeschwund. Der Verein mahnt Entscheidungen an.

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Die Schulsporthalle in der Feldstraße kann zwar für Punktspiele genutzt werden - doch dort gibt es keine Tribüne und damit kaum Zuschauer.

Quelle: Thomas Bork (Archiv)

Sehnde. "Wir machen uns erhebliche Sorgen", sagte Matthias Müller, Mitglied des TVE-Sportausschusses, in der jüngsten Sitzung des Sehnder Rats. Noch drastischer schilderte die Situation Dirk Winkelmann, Leiter der Handballabteilung. Die mit 420 Mitgliedern größte Sparte des Vereins leide nicht nur unter den gekürzten Trainingszeiten, sondern auch unter erheblichem Zuschauerschwund, weil es in der Schulturnhalle an der Feldstraße keine Tribüne gibt. In der alten, benachbarten Halle gebe es zwar eine, doch diese Halle sei wiederum zu klein für Punktspiele - ein Teufelskreis.

Damit die Mannschaften zweimal pro Woche trainieren können, seien die Übungszeiten teils auf eine Stunde reduziert worden, zudem müssen sich zwei Mannschaften eine Halle teilen. Damit könne der Mindeststandart einer "ordentlichen sportlichen Ausbildung" nicht mehr gewährleistet werden: "Damit besteht die Gefahr, dass wir Mannschaften abmelden müssen und die Mitgliederzahl einbricht", resümiert Winkelmann.

Das Problem fehlender Hallenzeiten betreffe alle Abteilungen und auch andere Vereine wie SuS Sehnde, MTV Ilten, RGF Lehrte/Sehnde, SG Papenholz und MTV Wassel, die teils sogar anderweitig ausweichen mussten. Die Judo-Abteilung des TVE habe ihr Training bereits eingestellt, das der Turnabteilung sei stark eingeschränkt, und die Gymnastik-Abteilung übe im Bonhoeffer-Haus - ohne Duschen und Umkleideräume. "Bei mir und zahlreichen Helfern ist deshalb eine große Unzufriedenheit und Resignation zu spüren", betont Winkelmann. Ihn wundere nur, dass die Elternschaft der KGS nicht mehr Druck mache, wenn Klassen nur ein halbes Schuljahr Sport haben.

Viele im Verein könnten auch nicht verstehen, dass man einer neuen Halle auch ein Jahr und drei Monate nach dem Brand kein Stück näher sei. Winkelmann fordert von der Stadt, konkret mit der Planung eines Neubaus zu beginnen und einen Zeitplan zu entwickeln. "Eine Besichtigungstour von fremden Hallen hätte man auch schon vor neun Monaten einplanen können", sagt er ärgerlich.

Das sieht auch Ralf Marotzke so, Vorsitzender des TVE und des Sportrings Sehnde. Die Stadt bemühe sich zwar, doch dass diese Findungskommission erst jetzt aktiv werde, sei nicht nachvollziehbar. In die Kritik zieht der CDU-Ratsherr und Ratsvorsitzende auch die Politik ein: "Wir haben uns alle etwas hinhalten lassen und zu wenig Nachdruck gemacht."

Einen Zeitplan kann Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke nicht nennen. "Es dauert länger, als uns lieb ist, doch das liegt nicht allein in unserer Hand", sagt er. Der Rat habe sich für die große Lösung für die nächsten Generationen und Jahrzehnte entscheiden, und das dauere. Ähnlich argumentierte SPD-Fraktionschef Olaf Kruse, sagte aber, dass der Unmut in seiner Fraktion sehr groß sei. Er geht noch von mindestens einem Jahr planungsrechtlicher Vorarbeit aus. Der TVE hat also noch eine lange Durststrecke vor sich.

Von Oliver Kühn

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