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Einbrecherinnen sprühen Pfefferspray und beißen

Sehnde Einbrecherinnen sprühen Pfefferspray und beißen

Schwerer räuberischer Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchte Nötigung: Das wirft die Staatsanwaltschaft Lehrte zwei jungen Frauen einer "mobilen ethnischen Minderheit" vor. Sie wurden im April bei einem Einbruch in Höver gefasst, verletzten zwei Menschen mit Pfefferspray und bissen einem Helfer in die Hand.

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Das Amtsgericht Lehrte verhandelt gegen zwei Frauen einer mobilen ethnischen Minderheit wegen räuberischen Diebstahsl, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchter Nötigung.

Quelle: Kristoffer Finn (Symbolfoto)

Höver. "Mobile ethnische Minderheit" - das ist der politisch korrekte Terminus für Landfahrer oder Zigeuner. Die beiden 18 und 20 Jahre alten Frauen stammen aus Kroatien und leben in Frankreich von Sozialhilfe. Beim Einbruch am 23. April waren die beiden von der Mutter der Hauseigentümerin überrascht worden, hatten sie mit Pfefferspray attackiert und waren mit Goldschmuck geflüchtet. Die Hilferufe der 75-jährigen hörte ein zufällig vorbeifahrender Nachbar. Er nahm die Verfolgung auf und hielt die Ältere fest. Diese biss im in die Hand, die Jüngere sprühte ihm zudem Pfefferspray in die Augen. Nur mithilfe eines weiteren Nachbarn konnte die 20-Jährige festgehalten werden, bis die Polizei eintraf. Die Jüngere stellte sich daraufhin. Die Hauseigentümerin, eine 53-jährige Beamtin, sagte aus, sie fühle sich nach diesem Eingriff in ihre Privatsphäre nicht mehr sicher - ebenso wie ihre Mutter.

 Zum Diebstahl am 23. April in Höver wollen sie bei einem Familienfest im März in Gelsenkirchen angestiftet worden sein. Doch so unschuldig, wie die oftmals in Tränen ausbrechenden Angeklagten dem Gericht weismachen wollten, waren sie offenbar nicht. Oberstaatsanwalt Martin Dorn machte gleich zu Beginn klar, dass er ihren Angaben nicht traue. Die Personalpapiere seien gefälscht, eine Geburtsurkunde fehle: "Es gibt keine eindeutigen Beweise für ihre Identität, ich gehe von Alias-Personalien aus."

Zudem sei das Vorgehen geplant gewesen, sagt Dorn. Beide hatten nicht nur Pfefferspray dabei, sondern auch einen Schraubenzieher und Handschuhe. Und in Höver, nahe an der Autobahn, wartete vermutlich der Bruder der Älteren mit einem Fluchtauto. Sein Handy sei jedenfalls zur Tatzeit im Dorf geortet worden - was die beiden ursprünglich geleugnet hatten. Dorn vermutet auch, dass dieser mitgeholfen habe, die schweren Rollläden hochzuschieben. Erschwert wurde die Beweisaufnahme, weil die beiden Frauen nur Italienisch und Französisch sprechen und ihre Aussagen von zwei Dolmetscherinnen simultan übersetzt werden mussten.

Zudem sei es nicht die erste Tat gewesen, sagte Richterin Karin Kuhlmann. Ein Zeuge aus Plettenberg (Nordrhein-Westfalen) sagte aus, von den beiden nur drei Wochen vorher auf die gleiche Art attackiert worden zu sein - was sie erst auf Nachdruck zugaben. So zeichnete sich im Laufe des ersten Verhandlungstages der Eindruck einer organisierten Einbruchskriminalität ab. Der Prozess wird am 15. September fortgesetzt.

Von Oliver Kühn

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