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Avacon-Gebäude wird vorerst kein Flüchtlingsheim

Sehnde Avacon-Gebäude wird vorerst kein Flüchtlingsheim

Eigentlich sollten schon im Herbst Flüchtlinge in das leer stehende Avacon-Gebäude an der Peiner Straße einziehen. Deshalb hatte die Stadt extra einen Kredit über 670.000 Euro aufgenommen. Doch derzeit gibt es dafür keinen Bedarf - jetzt denkt die Verwaltung über eine alternative Nutzung nach.

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In diesem ehemaligen Avacon-Gebäude an der Peiner Straße (B 65) wollte die Stadt Sehnde Flüchtlinge unterbringen. Doch dafür gibt es derzeit keinen Bedarf.

Quelle: Oswald-Kipper (Archiv)

Sehnde. Hintergrund sind die nachlassenden Flüchtlingszahlen nach Schließung der Balkan-Route. Sehnde habe deshalb 163 freie Plätze, verdeutlicht Hans Nordhorn vom Fachdienst Soziales. Finanziell sei dies aber kein Nachteil für die Stadt. Die Region Hannover habe sich verpflichtet, auch die Kosten bei Leerständen in Gemeinschaftsunterkünften zu erstatten. Die monatlichen Kosten für einen Platz variieren zwischen 190 und 500 Euro, je nachdem, ob es etwa eine Heimleitung und einen Sicherheitsdienst gibt. "Da liegen wir in Sehnde sehr günstig."

Die Stadt hatte den Kredit zu Hochzeiten des Flüchtlingszustroms im September vergangenen Jahres bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus dem Programm "Sonderförderung für Flüchtlingsunterkünfte" beantragt. Der Vertrag läuft über zehn Jahre mit einem Tilgungssatz von 5,26 Prozent - das sind Rückzahlungskosten von genau 8799 Euro je Quartal. Dafür ist das Darlehen zinslos. "Da kann man nicht viel falsch machen", sagt Peter Wissmann, Leiter des Fachdienstes Finanzen. Erst nach zehn Jahren gibt es eine Zinsanpassung. Der Rat hat das Vorgehen gebilligt.

Da kein Bedarf an neuen Flüchtlingsunterkünften bestehe, denke man über eine andere Nachnutzung nach. Denn der Kauf sei auch eine strategische Entscheidung gewesen. "Ohne einen Plan B hätten wir das nicht gemacht", sagt Wissmann. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht. Zudem sei man mit der Kreditanstalt im Gespräch, ob man das Gelände anders nutzen dürfe - oder den Kredit womöglich zurückzahlen muss. Bislang gebe es von dieser Seite aber noch keine Stellungnahme. Vielleicht ist auch ein Wohngebiet denkbar, denn auch auf der anderen Seite der Straße, auf dem Gelände der ehemaligen Keramischen Hütte, ist ein Neubaugebiet geplant. 

Von Oliver Kühn

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