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Stadt lehnt Umgehungsstraßen ab

Sehnde Stadt lehnt Umgehungsstraßen ab

Wenn es nach dem Bürgermeister geht, wird Sehnde die vom Bund geplanten Umgehungsstraßen im Zuge der B 65 ablehnen. Sie würden zusätzlichen Verkehr in die Stadt ziehen und die Landschaft zerschneiden, heißt es zur Begründung.

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Ortsumgehung nicht gegen Bürgerwillen

Die geplante Ortsumgehung für Ilten als Entlastung für die A2 sorgt im Nachbarort Bilm für großen Ärger.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. In den Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) für die Jahre bis 2030 sind überraschend Umgehungsstraßen für Ilten sowie für die östlichen Ortsteile aufgenommen worden – und zwar im vordringlichen Bedarf. Das hatte schon zu Protesten und einer Unterschriftensammlung in Bilm geführt.

Jetzt hat die Stadtverwaltung den Kommunalpolitikern vorgeschlagen, in ihrer Stellungnahme zum BVWP beide Trassen abzulehnen. Stattdessen solle die Autobahn 2 auf vier Fahrspuren je Richtung erweitert werden, fordert Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke: „Die Probleme müssen dort gelöst werden, wo sie entstehen.“

In ihrer Beschlussvorlage für den Rat zweifelt die Stadtverwaltung mehrere Zahlen an, die von den BVWP-Planern genannt werden. So könnten die angeblich „auffällig vielen Unfälle mit Personenschaden“ auf den Ortsdurchfahrten „aktuell nicht bestätigt werden“. Auch die genannten Geschwindigkeiten passen nicht mit den Messungen der Stadt zusammen. Die Verwaltung führt das darauf zurück, dass mehrere Veränderungen der vergangenen Jahre – Ortsumgehung Sehnde, Ausbau der Ortsdurchfahrt und Installation von Ampeln in Ilten – offenbar nicht berücksichtigt worden seien.

Neben verkehrspolitischen Bedenken – auch mehrere Fahrradverbindungen würden unterbrochen – führt die Stadt aber auch den Umweltschutz gegen die neuen Straßen ins Feld. Mehrere Biotope und Naturdenkmale würden durch die Trassen gefährdet und Landschaftsräume „unzumutbar beeinträchtigt“. Besonders im Osten würden die Strukturen kleinteiliger und örtlich wirkender Biotope zerstört.

Er habe die Stellungnahme zwar aus Zeitmangel nicht vorab mit den Fraktionen abstimmen können, sagt Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Doch er erwarte, dass sie in den politischen Gremien zumindest grundsätzlich auf Zustimmung stoßen werden.

Am morgigen Dienstag befassen sich zunächst um 17 Uhr fünf Ortsräte in einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus mit den Plänen. Ab 18.30 Uhr sind sie an gleicher Stelle auch Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung.

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