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Werden mehr Flüchtlinge in Sehnde wohnen?

Sehnde Werden mehr Flüchtlinge in Sehnde wohnen?

Vorbildlich: Die bis Ende August geltende Zuweisungsquote von 162 Asylbewerbern hatte die Stadt Sehnde schon im Juni erfüllt. Ihre Überkapazitäten wird sie auf Wunsch der Region Hannover erst einmal nicht abbauen - denn die plant ein neues Verteilungssystem, in dem Sehnde eine Rolle spielen könnte.

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Die Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Rethmar hat ihr Konzept verändert: Künftig liegt der Schwerpunkt auf der Reparatur statt auf der Ausgabe von Fahrrädern. Dennoch werden noch gespendete Velos gesucht.

Quelle: privat

Sehnde. Erst seit die Balkanroute dicht ist, ist der Flüchtlingsstrom deutlich zurückgegangen. Doch zuvor hatte die Stadt viele Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen, die jetzt nicht benötigt werden. Derzeit gibt es in Sehnde 163 freie Plätze, vor allem im Hotel Zur Linde in Höver (69) und im Bundessortenamt in Rethmar (43) - eine deutliche Überkapazität. "Die Region hat uns aber gebeten, diese nicht abzubauen, weil sie ein asymetrisches Verteilungssystem plant", sagt Fachdienstleiter Hans-Helmut Nordhorn.

Nach seinen Angaben wolle sich die Region künftig daran orientieren, wo Kapazitäten vorhanden sind - damit nicht Städte oder Gemeinden neue Einrichtungen aufbauen, während andere leer stehen. "Das ist wirtschaftlich ja auch sinnvoll", sagt Nordhorn. Denn viele Objekte seien in Zeiten des großen Zustroms auf fünf Jahre angemietet worden. Bislang hat die Region die Flüchtlingszuweisungen prozentual nach der Einwohnerzahl berechnet. Sehnde stellt rund vier Prozent der etwa 600.000 Regionsbewohner (ohne die Stadt Hannover).

Derzeit komme das Konzept aber noch nicht zum Tragen, weil aktuell keine Flüchtlinge zugewiesen werden, sagt Nordhorn. Auch eine neue Quote gebe es noch nicht. Von den 162 zugewiesenen und untergebrachten Asylbewerbern der letzten Quote seien inzwischen 62 anerkannt und dürften dauerhaft bleiben.

Insgesamt leben derzeit 352 Flüchtlinge in Sehnde. In diesem Jahr sind acht zwangsweise abgeschoben worden und 35 freiwillig ausgereist, vor allem aus sicheren Herkunftsländern wie den sogenannten Westbalkanstaaten Albanien, Kosovo, Montenegro und Serbien. "Das Bedarf aber viel Überredungsarbeit", sagt Nordhorn. "Aber ein geordneter Rückzug ist allemal besser." Weitere 52 Asylbewerber aus diesen Staaten leben noch in Sehnde. 

Inzwischen komme auch Bewegung in die Beschleunigung der Asylverfahren, stellt Nordhorn fest. Und da gelte es, noch einiges nachzuarbeiten. Vorrangig seien dies Syrer und Iraker mit einer guten Bleibeperspektive. Ende vergangenen Monats habe man deshalb 150 Asylbewerber mit Bussen ins Auffanglager Fallingbostel gebracht, damit sie dort einen Asylantrag stellen und erkennungsdienstlich behandelt werden konnten. "Einige lebten schon ein Jahr in Sehnde, ohne einen Antrag stellen zu können", verdeutlicht Nordhorn.

Reparieren statt ausgeben

Die Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge im Bundessortenamt in Rethmar ist nach der Sommerpause wieder geöffnet – und hat ein neues Konzept. Statt Fahrräder nur auszugeben, sollen die Flüchtlinge diese künftig unter Anleitung selbst reparieren. Dennoch brauche man noch ein paar Fahrradspenden, sagt Hans-Helmut Nordhorn von der Stadt: „Wir haben keine mehr.“ Darüber hinaus würden mit dem neuen Flüchtlingsverein gerade die Zielvorstellungen erarbeitet. Der Rat hatte für dessen Arbeit 50.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Von Oliver Kühn

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