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Stadt Sehnde warnt erneut vor Anzeigenbetrug

Sehnde Stadt Sehnde warnt erneut vor Anzeigenbetrug

Es geht schon wieder los: Die Stadt warnt erneut vor einer dubiosen Agentur, die ohne Auftrag im Namen der Stadt Anzeigen einwirbt und dazu Reklame aus der im Januar veröffentlichten Bürgerbroschüre kopiert. In Sehnde sind bislang die AWO Residenz und der Rewe-Markt kontaktiert worden.

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Mit solch einem Fax hat sich eine Firma bei der AWO Residenz gemeldet.

Quelle: Privat

Sehnde. Erst im Sommer vergangenen Jahres war eine dubiose Firma namens ABV-Media lediglich mit einer 0800-Servicenummer sowie Adresse und Gerichtsstand in der Türkei in Sehnde auf Akquise gegangen. Jetzt die Agentur "Druckstudio Streit", ebenfalls nur mit einer 0800-Nummer. "Bei mir hat gestern eine Frau Schwarz angerufen und gesagt, sie handele im Auftrag der Stadt", sagt Maren Reisener, Leiterin der AWO Residenz Sehnde. Es gehe um eine letzte Unterschrift für die Bürgerbroschüre, und die Zeit dränge, weil der Druck kurz bevor stehe. "Da bin ich hellhörig geworden, denn die Bürgerbroschüre war gerade erst im Januar erschienen." Auch das fehlerhafte Deutsch in dem Schreiben sei ihr sofort aufgefallen.

Genauso erging es Sascha Ullah, Geschäftsführer des Rewe-Marktes an der Peiner Straße. Er solle schnell die Mail gegenkontrollieren - dort war seine Anzeige aus der Bürgerbroschüre hineinkopiert. Ein plumper Versuch, findet Ullah: "Ich werde das ignorieren." Ein Anruf bei der Stadt klärte den Betrugsversuch schnell auf. Beide Einrichtungen sind deshalb nicht auf den Trick hereingefallen. Wer das Fax unterschreibt, ist schnell einen Betrag von mehreren Hundert Euro los.

Die Stadt hat deshalb auf ihrer Internetseite unter dem Titel "Achtung Anzeigenbetrug!" einen Warnhinweis veröffentlicht. "Mit dieser Unterschrift schließen die Unternehmen einen Werbevertrag mit einem Unternehmen aus Luxemburg, welches keinen Auftrag von der Stadt Sehnde erhalten hat", betont Ines Raulf vom Stadtmarketing. Die Stadt beauftrage Werbeagenturen meist nur für zwei Fälle: Den Ortsplan, der alle zehn Jahre erstellt wird, sowie die gerade veröffentlichte Stadtbroschüre, die nur alle fünf Jahre zur Kommunalwahl erscheine. Denn man wolle Unternehmen nicht über Gebühr mit einer Anzeigenakquise behelligen.

Für alle Printprojekte gelte, dass sich Unternehmen, die im Auftrag der Stadt handeln, durch ein Legitimationsschreiben ausweisen können. Besonders dreist sei, dass das "Druckstudio Streit" bereits veröffentlichte Anzeigen aus der aktuellen Stadtbroschüre kopiere. Laut dem Text auf dem Firmenfax will diese angeblich einen "Notrufinfoflyer" herstellen und verteilen.

Die Bürgerbroschüre mit den Anzeigen ist im Auftrag der Stadt Sehnde vom Madsack-Regionalverlag Ost (Burgdorf, Lehrte, Sehnde, Uetze) erstellt worden. Regionalverlagsleiter Lars Barnstorf distanziert sich ausdrücklich vom Vorgehen der Werbeagentur: "Wir werden diese Nachakquise rechtlich überprüfen."

Von Oliver Kühn

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