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Stadt will Planungsfreiheit für Höver

Sehnde Stadt will Planungsfreiheit für Höver

Mit großer Mehrheit haben die fünf Ortsräte aus Sehnde, Bolzum, Dolgen-Evern-Haimar, Höver und Wehmingen der Stellungnahme der Stadt zum Entwurf des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) zugestimmt. Nicht hinnehmen will die Politik aber die Siedlungsbeschränkung für Höver.

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Die Region Hannover will in Dolgen ein Windkraft-Testfeld schaffen, obwohl dies nach einem Gutachten "artenschutzrechtlich nicht unproblematisch" ist.

Quelle: kühn

Sehnde. In der gemeinsamen Sitzung hat Fachbereichsleiter Godehard Kraft die Stellungnahme der Stadt noch einmal bekräftigt: "Wir sind mit der Deckelung für Höver, die nur eine Eigenentwicklung vorsieht, nicht einverstanden. Wir wollen Freiheit in der Planung haben."

Höver sei über den Ortsteil hinaus für eine Entwicklung interessant. Im Ort gebe es viele Arbeitsplätze wie etwa im Zementwerk Holcim. "Die Menschen wollen ja arbeitsplatznah wohnen." Zudem gebe es eine Grundschule, und die Stadtbahn in Anderten sei nah. Die Grundversorgung sei zwar "nicht so doll", dafür gebe es in nur zwei Kilometern Entfernung das Einkaufszentrum in Ahlten. Dass die Region diesen Argumenten nicht gefolgt sei, nannte Wolfgang Ostermeyer (CDU) "enttäuschend".

Ortsbürgermeister Ronald Siegismund (SPD) betonte, dass Höver näher an Hannover liege als Rethmar, wo die Stadt wiederum wachsen dürfe: "Das wäre also auch umweltpolitisch sinnvoll." Noch einen Schritt weiter ging Elisabeth Schärling (CDU): "Die Region bevormundet uns." Schärling berichtete zudem, dass es Pläne für einen Dorfladen oder einen Bäcker gebe.

Zweiter Knackepunkt war die Windkraft. Trotz heftigen Protests hat die Region ein geplantes Windkrafttestfeld mit neun 200 Meter hohen Anlagen in Dolgen im RROP belassen. Und das, obwohl die Region die Fläche selbst als "artenschutzrechtlich nicht unproblematisch" einordnet. Dort nisten etwa der gefährdete Rot- und Schwarzmilan.

Auch den Wunsch der Stadt nach einem Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung hat die Region abgelehnt. "Was ist dann mit der Beeinträchtigung des Schutzgutes Mensch?", fragte Dolgens Ortsbürgermeister Konrad Haarstrich. Kraft signalisierte, dass die Stadt in dem zu erstellenden Bebauungsplan mit 1000 Metern planen werde. "Das ist unser Ziel, aber nicht unbedingt gesetzt. Dafür brauchen wir gegenüber der Region gute Gründe."

Von Oliver Kühn

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