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Staub am Kaliberg: Alles ganz unauffällig?

Sehnde Staub am Kaliberg: Alles ganz unauffällig?

Wenn auf dem Kaliberg die Baufahrzeuge fahren, wirbeln sie mitunter viel Staub auf. Und der legt sich dann am Fuß des Berges ab. Das hat Anwohner oft genervt. Doch die Staubentwicklung liegt weit unter den erlaubten Grenzwerten, sagt ein Experte.

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Gerade an trockenen Tagen entsteht durch die Arbeiten auf dem Sehnder Kaliberg viel Staub. Das nervt Anwohner schon lange.

Quelle: privat

Sehnde. Im Mai und Juni, zwei sehr trockenen Monaten, war die Verärgerung unter Sehndern riesengroß, die besonders dicht am „Kalimandscharo“ wohnen. Sie berichteten von riesigen Staubschwaden, verdreckten Autos, Fensterscheiben, Gartenmöbeln und Dächern. Es gab Proteste und Schreiben an die Stadt sowie die Firma Kali & Salz, das die Baustoffrecyclinganlage am Kaliberg unterhält und die alte Halde nach und nach abdeckt. Mancher Anwohner hielt die Staubwolken auf dem Berg sogar fotografisch fest.

Jetzt hat der Fachausschuss für Stadtentwicklung ein Vortrag von Albrecht Palm gehört, Fachmann bei der Umweltprojekt Ingenieursgesellschaft Stendal. Das Unternehmen misst im Auftrag von Kali & Salz regelmäßig den Staubniederschlag in der Umgebung des Kalibergs. Palms Ergebnis: „Die Staubimmissionen sind im absolut unauffälligen Bereich.“

Messungen gibt es seit 2008. Rund um den Kaliberg sind seinerzeit 13 Messstellen errichtet worden, der Großteil davon im Bereich der Kernstadt. Dabei handelt es sich um Geräte zum Auffangen von Staub. Palm betonte, dass die angewandten Methoden standardisiert und wissenschaftlich gesichert seien. Und diese hätten für die Zeit von 2008 bis 2014 „gute Werte“ und keine dauerhaften Überschreitungen der Grenzwerte ergeben. Die im Monatsmittel berechneten Werte lägen unter 100 Milligramm pro Quadratmeter und Tag. Das sei nicht einmal ein Drittel des zulässigen Werts.

Palm nannte die Ergebnisse der Messungen „gute Werte für die Region Hannover“ und sagte auch, dass „mancher Luftkurort auf solche Zahlen neidisch“ wäre. Der Experte betonte auch, dass laut Gesetz gelegentliche Staubbelästigungen jenseits der Grenzwerte hinzunehmen seien. Denn es könne sein, dass auch in Sehnde bei extremen Wetterlagen (hohe Trockenheit) die Grenzwerte überschritten werden. Insgesamt könne sich das Unternehmen Kali & Salz aber nichts vorwerfen. Es müsse unter anderem die Fahrwege wässern, wenn diese zu trocken seien und tue dieses auch

Ein Vertreter des Unternehmens betonte in der Ausschusssitzung, man achte sehr genau darauf, alle Auflagen einzuhalten und tue „alles menschenmögliche“, um die Staubbelastung niedrig zu halten.

„Damit werden sich die Anwohner nicht unbedingt zufrieden geben“, sagte anschließend Grünen-Ratsherr Detlef Walz. Er verlangte nach Angaben über die Belastungen an einzelnen Messtagen. Das sei aus technischen Gründen aber nicht möglich, hieß es.

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