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Von Liebeswerben und Trinkgelagen

Sehnde Von Liebeswerben und Trinkgelagen

450 Jahre alte Musik ist spröde? Mitnichten! Einen lustigen Abend hat Alfredo Ihl, Leiter des Volakensembles Raggio di Sol am Freitag den Gästen in der Iltener Barockkirche versprochen. und genau so kam es. Denn zu hören waren unter anderem Trinklieder und in Musik gekleidetes Liebeswerben.

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Ein besonderer Genuss in der Barockkirche: Das Vokalensemble Raggio di Sol bietet einen wunderbar stimmigen Eindruck der Musik aus der Renaissance und dem Frühbarock.

Quelle: susanne Hanke

Ilten. Die Sängerinnen und Sänger eröffneten ihren musikalischen Streifzug durch die Zeit der Renaissance und des Frühbarock gleich mit deftigen Liedern des Spaniers Juan del Encina, die dem Trinken huldigen. „Lasst uns singen und trinken, und dieser Flasche den Krieg erklären“, hieß es dort Text. Und diese Aufforderung setzte das Ensemble auch sichtbar um. Da wurden Weinflaschen pantomimisch geleert, das ganze Ensemble torkelte und lallte. Das alles jedoch mit einem musikalischen Augenzwinkern und mit ganz viel Spielfreude

Neben diesen munteren musiklaischen Ausflügen in die Welt von Bier und Wein unternahm das Ensemble ebenso versiert einen Rundgang durch die Sphären leiser und melancholischer Töne. Im Requiem für den spanischen Infanten, der früh verstarb und als Thronfolger für Spanien verlorenging, klang etwa die ganze Trauer in der schlichten Melodik hervor.

Doch Ihl verstand es, gleich wieder einen humorvollen Bogen zu schlagen, und so widmete sich Raggio di Sol umgehend dem Liebeswerben des englischen Königs, Heinrich VIII. Dieser berühmt-berüchtigte Herrscher habe so gar keine Geduld für lange Musikstücke aufgebracht, erzählte Ihl. Und seien auch nur relativ knappe Verse seiner Dichtkunst überliefert. Die Musiker schlüpften dabei in die Rolle des Königs und den von ihm umworbenen Anna Boleyn, die schließlich Heinrichs zweite von sechs Frauen wurde. Das höfische Treiben setzten sie mit der Vorführung eines langsamen Schreittanzes, der Pavane, gekonnt in Szene.

Den Höhepunkt des lebendigen Konzertes bildeten jedoch die fünfstimmig vorgetragenen Werke von Claudio Monteverdi. Er habe sich das Leben angeschaut, erläuterte Ihl, und in diese fünf Stimmen die ganze Welt der Emotionen gelegt. Das war in der Barockkirche absolut zu spüren

Von susanne Hanke

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