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Turnhallenbrand: Stadt zeigt erstmals Gaffer an

Sehnde Turnhallenbrand: Stadt zeigt erstmals Gaffer an

Das ist ein Novum: Weil sie Einsatzkräfte beim Großbrand der KGS-Turnhalle im Juni behindert haben, hat die Stadt Sehnde erstmals Schaulustige angezeigt. Vier junge Männer hatten sich am Einsatzort Anordnungen der Feuerwehr widersetzt und einfach das Auto verlassen, um besser Fotos und Videos vom Feuer machen zu können.

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Beim Großeinsatz für den Turnhallenbrand an der KGS Sehnde sind Einsatzkräfte teilweise von Gaffern behindert worden - die Stadt hat jetzt vier von ihnen angezeigt.

Quelle: Christian Elsner (Archiv)

Sehnde. Nach dem Brand am 23. Juni waren rund zehn Personen als Gaffer in den Fokus geraten. Doch letztlich konnten nur die vier Männer in dem Auto ermittelt werden - Einsatzkräfte hatten sich das Kennzeichen notiert. Aber auch etliche andere Autofahrer waren trotz Absperrungen in die Waldstraße gefahren, obwohl dort ein Riesenaufgebot von Einsatzkräften tätig war. 255 Helfer waren mit mehr als 30 Fahrzeugen im Einsatz. Schläuche für die Wasserversorgung mussten etwa bis ins benachbarte Waldbad verlegt werden.

Städtische Mitarbeiter, die den Verkehr an der Einsatzstelle koordinieren sollten, waren teils sogar angepöbelt worden. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, der selbst bei dem Einsatz als Feuerwehrmann aktiv war, macht die Situation in der Rückschau immer noch wütend. "Das war sehr ärgerlich. Außerdem haben sich die Menschen damit selbst gefährdet." Die angesprochenen Personen hätten äußerst mürrisch reagiert, sich dann aber letztendlich bewegt - bis auf die vier jungen Männer.

Die Turnhalle der KGS in Sehnde ist in Brand geraten. Die Rauchschwaden sind noch in großer Entfernung zu sehen.

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Diese hätten nach der Aufforderung zum Umdrehen einfach ihr Fahrzeug verlassen und damit die Einsatzkräfte behindert. Deshalb habe man sich zu einer Anzeige entschieden. Gegen diejenigen, die nur gegafft haben, habe man keine Handhabe. Noch nicht. Auf Bundesebene wird gerade über eine Verschärfung des Strafrechts für Schaulustige diskutiert.

Welche Strafe die vier Männer erwartet, ist noch nicht sicher. Derzeit gilt ihr Verhalten als Ordnungswidrigkeit - doch weil die Gruppe die Einsatzkräfte behindert haben und eine zusätzliche Gefahr darstellten, könnten bis zu 1000 Euro fällig werden.

Von Oliver Kühn

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