Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Windkraft am Leierberg ist umstritten

Dolgen Windkraft am Leierberg ist umstritten

Die Fläche um den Leierberg nördlich von Dolgen soll das zentrale Gebiet für Windkraft in Sehnde werden. Doch es gibt Widerstände. Die Grünen wollen den Protest bündeln und als Bedenken in die Neuauflage des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) einbringen.

Voriger Artikel
Erzschurke Blofeld sagt mit Katze Hallo
Nächster Artikel
Bahn will 350 Güterzüge pro Tag

Ein 200-Meter-Windrad ist fast so hoch wie der Schornstein des Kraftwerks Mehrum.

Quelle: Kühn

Dolgen. Der Umgang mit dem Thema Windenergie ist schwierig - und manchmal ein Dilemma. Das zeigte sich einmal mehr bei einer Begehung vor Ort. In Dolgen sind neun Windräder als Testfeld geplant - und zwar in der heute üblichen Höhe von 200 Metern. Der Ortsverband Sehnde der Grünen befürwortet grundsätzlich den Ausbau umweltschonender Energiequellen. „Aber nicht um jeden Preis, denn nicht jeder Standort ist geeignet“, sagt der Fraktionsvorsitzende Günter Pöser.

Die Grünen halten vor allem den von der Region Hannover im RROP festgelegten Abstand von 800 Metern zur Wohnbebauung für zu gering. „Wir schlagen 1000 Meter vor“, sagt Pöser. Zudem sei unklar, welche Auswirkungen der Schlagschatten der im Durchmesser 120 Meter breiten Rotorblätter und die niederfrequenten Geräusche für Mensch und Tier haben. Der Leierberg und die Sohrwiesen seien ein bedeutendes Brut- und Vogelzuggebiet.

Vor allem der Rotmilan, ein Greifvogel, sei bedroht, betont Wilfried Brauns, Mitglied des Hannoverschen Vogelschutzvereins: „Tod durch Erschlagen von Windrädern ist die häufigste Todesursache.“ Am Leierberg brüteten zwei Paare. Aber auch Schleiereule, Feldlerche, Kiebitz, Kuckuck und Weißstorch seien dort beheimatet. Aus demselben Grund ist auch die für Sehnde zuständige Naturschutzbeauftragte der Region Hannover, Daniela Liskow, gegen das Windkraftfeld: „Hier sind Naturschutz- und Brutgebiete, ein Vogelzug wäre dann kaum mehr möglich.“

Selbst die Anwohner sind zwiegespalten. „Windenergie an sich ist nicht schlecht, aber ich bin wegen der Tierwelt in Sorge“, sagt etwa Silke Bornstedt. Für sich selbst befürchtet die 45-Jährige keine negativen Auswirkungen, auch wenn die Anlagen nicht schön aussähen. Aber der Wert der Grundstücke könnte leiden.

Marlies Dröse findet den Standort dagegen „gar nicht so verkehrt“. Er sei weit genug vom Ort entfernt, sodass man die Windräder weder sofort sehe noch höre.

Für den künftigen Betreiber Windwärts sind die Argumente nicht neu. „Die Argumente mit den Vogelgebieten sind durchaus stichhaltig“, räumt Vertreter Stefan Dietrich ein. Deshalb habe sein Unternehmen bereits reagiert und die Zahl der Windräder verringert. Ursprünglich sei ein viel größer Windenergiepark geplant worden. Zudem seien in den vergangenen Jahren deutlich strengere gesetzliche Bestimmungen dazugekommen, was das Genehmigungsverfahren in die Länge ziehe. Er hoffe auf einen Baubeginn in 2017.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Sehnde
doc6so9i8dwhrm1kxjcx11q
Einbrecher wüten im Bonhoefferhaus

Fotostrecke Sehnde: Einbrecher wüten im Bonhoefferhaus