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Windräder: Rat will 1000 Meter Abstand

Sehnde Windräder: Rat will 1000 Meter Abstand

Neue Windenergieanlagen nur 800 Meter von der Wohnhäusern entfernt? So etwas soll es in Sehnde nicht geben, sagt der Rat der Stadt. Er plädiert dafür, dass weiterhin 1000 Meter Abstand gelten - und steht damit im Widerspruch zu dem, was die Region Hannover vorschlägt.

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Windenergieparks wie hier soll es in Sehnde nicht geben, wenn es nach dem Rat der Stadt geht.

Quelle: Symbolbild/Patrick Pleul/dpa

Sehnde. Der Rat hat am Donnerstagabend die Stellungnahme der Stadt zum neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) nahezu einmütig verabschiedet. Er umfasst eine ganze Reihe von Anmerkungen, aber insbesondere der künftig akzeptierte Abstand von Windkraftanlagen zu Wohngebieten ist in der Stadt ein heißes Eisen. Hintergrund ist der Wunsch der Region, nördlich von Dolgen eine Vorrangfläche für Windenergie auszuweisen. Für die möglicherweise dort entstehenden 200 Meter hohen Anlagen würde laut RROP-Entwurf ein Abstand zur Wohnbebauung von 800 Metern gelten. Dagegen laufen viele Bürger in Evern und Dolgen Sturm - insbesondere weil für gefährdete Vogelarten Abstandgrenzen von 1000 Metern gelten sollen.

„Es kann nicht sein, dass wir alle möglichen Arten schützen, und nur der Mensch bleibt außen vor“, sagte Edgar Bäkermann (SPD) im Rat. Konrad Haarstrich (CDU), Ortsbürgermeister von Dolgen, Evern und Haimer, machte unmissverständlich klar, dass er „dem Raumordnungsprogramm nicht zustimmen kann, wenn die Abstandsgrenze auf 800 Meter sinkt“. Und Günter Pöser (Grüne) betonte, dass seine Fraktion zwar „die Windenergie sehr schätze“, der Abstand aber bei 1000 Metern bleiben müsse. Laut Pöser müsse die Region auch erkennen, dass das Gelände bei Dolgen gar nicht für den Ausbau von Windkraftanlagen geeignet sei. Und zwar wegen der gefährdeten Tierwelt.

Die Abstandregelung bei Windrädern ist es nicht allein, was den Sehnder Rat am Entwurf des RROP stört. In dem Papier ist unter anderem festgehalten, dass für den Wohnungsbau in Höver die sehr engen Grenzen der sogenannten Eigenentwicklung gelten sollen. Sehr wohl sei Höver aber ein Standort für bevorzugte gewerbliche Entwicklung. Das will Sehnde so nicht stehen lassen. „Wir wollen da mehr Wohnbau zulassen“, sagte Bäkermann. Er kritisierte die Region deutlich. Sie gehe mit den Kommunen gerade in Fragen der Wohnbauentwicklung um wie „ein Lehr- und Zuchtmeister“. Wachstumsregionen wie Sehnde dürften nicht allzu viele Direktiven auferlegt werden. An Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke gewandt forderte Bäkermann aber auch, „endlich mal wieder neue Baugebiete in Sehnde“ auszuweisen.

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