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Wollte 61-Jähriger sein Haus abbrennen?

Sehnde/Hildesheim Wollte 61-Jähriger sein Haus abbrennen?

Schwere Vorwürfe gegen einen 61-Jährigen: Der Mann soll im Mai 2011 sein eigenes Haus in Sehnde angezündet haben, um anschließend die Versicherungssumme zu kassieren. Jetzt steht er deswegen vor Gericht - und streitet alle Anschuldigungen ab.

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Ausgebrannt: Das vollkommen zerstörte Dachgeschoss des Hauses in der Straße Am Rothbusch am Tag nach dem Feuer.

Quelle: Archiv

Sehnde. Auf rund 50.000 Euro hatte die Polizei seinerzeit den Schaden an dem Reihenendhaus an der Straße Am Rothbusch geschätzt. Der Dachstuhl an dem damals unbewohnten Gebäude wurde durch das Feuer vollständig zerstört. Die mit einem Großaufgebot angerückte Feuerwehr konnte in jener Mainacht gerade noch verhindern, dass die Flammen auf Nachbargebäude übergriffen. Zwei Einsatzkräfte wurden während der etwa zweieinhalbstündigen Löscharbeiten beinahe durch herabstürzende Gebäudeteile verletzt.

Die Spuren deuteten schnell auf vorsätzliche Brandstiftung hin. Die Polizei entdeckte eine aufgebrochene Terrassentür und deutliche Hinweise darauf, dass jemand mit Brandbeschleuniger beim Entfachen der Flammen nachgeholfen hatte. Einen Einbrecher konnten die Beamten aber nicht ermitteln.

Später geriet der mittlerweile 61-jährige Hausbesitzer selbst in den dringenden Verdacht, den Einbruch fingiert, im Dachgeschoss Spiritus verteilt und das Feuer vorsätzlich entzündet zu haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Mehr noch: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann nun vor, dass die Brandstiftung nur den Höhepunkt einer ganzen Reihe von versuchten Betrugstaten darstellt. Schon Ende 2010 soll er seiner Gebäudeversicherung zweimal Schadensfälle an dem Reihenendhaus gemeldet haben. Diese habe der Besitzer ebenfalls willkürlich herbeigeführt, heißt es nun.

Gestern begann der Prozess am Landgericht Hildesheim. Dabei bestritt der Angeklagte sämtliche Vorwürfe. Die Strafkammer wird jetzt in ein langwieriges Beweisverfahren einsteigen müssen, bei dem Zeugen und Gutachter gehört werden. Bisher sind noch drei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil soll am 17. Dezember fallen.

Laut Gerichtssprecher Felix Muntschick wird bis dahin auch eine ganz andere Frage zu klären sein: Jene nach der Schuldfähigkeit des Angeklagten.

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