Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Wähler sind weniger an Parteien gebunden

Sehnde Wähler sind weniger an Parteien gebunden

Spannend war die Wahl zu den Ortsräten: Die etablierten Parteien mussten fast überall Federn lassen. Gretenberg, das zum Ortsrat Sehnde gehört, sorgte für den AfD-Schock. 24,5 Prozent wählten sie, obwohl die Partei dort gar nicht antrat. Und die beiden Einzelbewerber Iris Bennwig in Dolgen-Evern-Haimar und Marc Rheinfels in Rethmar holten mehr als achtbare Ergebnisse.

Voriger Artikel
Mehrheiten im Sehnder Rat werden schwieriger
Nächster Artikel
Radler prallt gegen Auto: Unfall an Waschstraße

Diskutieren am Wahlabend die ersten Ergebnisse (von links): Siegfried Freitag und Axel Friehe (beide CDU), die es ebenso in den Ortsrat Rethmar schafften 
wie der Einzelbewerber Marc Rheinfels.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Eine Wachablösung gibt es in Wehmingen: Dort gewann die SPD und kann erstmals den Ortsbürgermeister stellen, nachdem der langjährige CDU-Bürgermeister Heinrich Heineke nicht mehr angetreten war – ein gutes Beispiel, dass eine Kommunalwahl oft eine Personenwahl ist. Diesen Posten würde gern der Ratsfraktionsvorsitzende Olaf Kruse übernehmen.

Die Hoffnung auf eine Übernahme der SPD-Hochburg Höver hat sich für die CDU dagegen zerschlagen – ihr fehlten sieben Stimmen, um Ronald Siegismund das Amt abzujagen. „Da sind wir knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt“, sagt Stadtverbandschef Jens Lüders. Weil es dort aber mit 5,8 Prozent ungewöhnlich viele ungültige Stimmen gab, prüft die CDU, ob sie eine nochmalige Auszählung beantragt.

In drei Ortsräten gibt es jeweils ein Mitglied, das das sogenannte Zünglein an der Waage spielen kann: In Ilten ist es Die Linke, weil CDU und SPD gleichauf liegen und die FDP – obwohl sie nur 13 Stimmen weniger hatte – es nicht geschafft hat. In Sehnde sind es die Grünen, weil die SPD drei Mandate verloren hat und nun mit der CDU mit je fünf Mandaten gleichauf liegt. In Rethmar kann sich Einzelbewerber Marc Rheinfels über seine Machtposition freuen. Er holte auf Anhieb 10,7 Prozent und führt dies auf die Diskussion über eine Umgehungsstraße für die B 65 zurück. „Die Leute sind nicht mehr so parteigebunden und merken, wenn sich jemand um ihre Angelegenheiten kümmert.“ Aber ein bisschen „Frustwahl“ sei auch dabei.

Noch besser schnitt Iris Bennwig mit 15,6 Prozent in Dolgen-Evern-Haimar ab – mehr als doppelt so viele wie die Grünen, die ebenfalls neu hinzugekommen sind. Auch sie führt ihren Erfolg auf ihren Bekanntheitsgrad zurück. Verlierer ist dort die SPD: Sie verlor zwei ihrer drei Sitze. Auch die FDP ist enttäuscht: Sie war nur in den Ortsräten Ilten, Rethmar und Wassel angetreten – hat es aber nirgendwo geschafft.

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Sehnde
doc6sml66u4nfr1xijqerv
Geselligkeit steht im Mittelpunkt

Fotostrecke Sehnde: Geselligkeit steht im Mittelpunkt