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Opfer sollen mehr in den Fokus rücken

Sehnde Opfer sollen mehr in den Fokus rücken

Mit der geplanten Novelle des Strafvollzugsrechts auf Bundesebene sollen die Opfer von Straftaten mehr in den Blick genommen werden. Damit kommen auch auf die Justizvollzugsanstalt Sehnde neue Aufgaben zu. Das ist bei einem Besuch des Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch (SPD) deutlich geworden.

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Der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch (von rechts) und die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (beide SPD) besuchen die Justizvollzugsanstalt Sehnde und  sprechen mit dem stellvertretenden Anstaltsleiter Dominik Nillies und seiner Kollegin Kerstin Buckup über die geplante Änderung des Vollzugsrechts .

Quelle: Oliver Kühn

Köthenwald. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die Justizvollzugsanstalten (JVA) künftig eine Auskunftspflicht gegenüber den Opfern haben, wenn etwa ein Täter Freigang bekommt, erläuterte der stellvertretende Anstaltsleiter Dominik Nillies. "Das gibt es bisher nicht", betont Miersch. "Die Opfer wollen wissen, wo sich die Täter aufhalten." Der gelernte Fachanwalt für Strafrecht hat bis 2009 selbst Mandanten der JVA Sehnde betreut. Die geplante Änderung sei aber kein Automatismus, verdeutlicht Nillies: Die Opfer müssen sich selbst melden und Auskunft verlangen. Dazu hat die Einrichtung auf ihrer Internetseite unter dem Stichwort "Opferorientierung im Justizvollzug" bereits Informationen veröffentlicht.

Aber auch die Familien der Täter sollen in den Fokus rücken, um bereits Brücken für die Zeit nach der Haft zu bauen. Das sei ein wichtiger Aspekt bei der Resozialisierung, sagt Miersch: "Die Verantwortung für die Familie bleibt ja bestehen." Für den Sozialdemokraten ist dies "ein Paradigmenwechsel". Während früher nur weggeschlossen worden sei, solle jetzt mit den Gefangenen gearbeitet und diese auch mehr an einen Täter-Opfer-Ausgleich herangeführt werden.

Bei dem Besuch bekam Miersch auch einen Einblick in die JVA als Wirtschaftsfaktor. Das Gefängnis in Sehnde ist nicht nur eine der modernsten und sichersten in Niedersachsen, sondern mit 575 Gefangenen und 320 Mitarbeitern auch eine der größten Vollzugsanstalten im Bundesland. "Die heimische Wirtschaft ist davon aber nicht benachteiligt", betont die örtliche Landtagsabgeordnete Silke Lesemann, die Miersch beim Besuch etwa in der Tischlerei und der Schlosserei begleitete. So gäben etwa Tischlereien sogar Aufträge an die JVA. Aber auch viele Ministerien in Hannover seien Kunden wie beispielsweise für Tische und Schränke. "Der Markt wird nicht plattgemacht", resümierte Miersch.

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Die JVA Sehnde ist nicht nur eine der modernsten und sichersten, sondern mit 575 Gefangenen und 320 Mitarbeitern auch größten Vollzugsanstalten in Niedersachsen. Es gibt sogar einen Sicherheitstrakt für Schwerkriminelle wie Geiselnehmer, Ausbrecher und Gewalttäter.

Quelle: Oliver Kühn

Von Oliver Kühn

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