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Ortsumgehung: Nur Nein zu sagen reicht nicht

Sehnde Ortsumgehung: Nur Nein zu sagen reicht nicht

Die Stadt will sie nicht, die Politik und die meisten Bürger auch nicht: Doch einfach Nein zur geplanten Ortsumgehung in Ilten zu sagen, reiche nicht aus, warnt der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch. Für eine Ablehnung brauche man gegenüber dem Bundesverkehrsministerium gute Argumente, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch vor Ort.

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch (Zweiter von links) hört sich an der B65 in Ilten die Argumente gegen eine Ortsumgehung an.

Quelle: Oliver Kühn

Ilten. Erst vor wenigen Wochen war die Umgehung an der B 65 im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) in den vorrangigen Bedarf eingestuft worden. Doch bis auf wenige Einzelstimmen stößt das Vorhaben auf große Ablehnung, weil es die Natur zerschneide und mehr Verkehr bringe. "Ich weiß, dass das Projekt hier sehr umstritten ist", sagte Miersch. "Für eine Ablehnung braucht man aber gute Sachargumente."

Denn es gebe auch Gemeinden wie etwa das benachbarte Hohenhameln, die eine neue Trasse befürworten. Er könne deshalb im Gegensatz zu seiner CDU-Kollegin Maria Flachsbarth noch keine Entwarnung geben, dass die Strecke nicht auch gegen den Willen der Bevölkerung gebaut werde. Das hatte die Christdemokratin bei einem Ortstermin am Dienstag geäußert. Das würde allerdings das Verfahren konterkarieren. Denn erstmals ist im BVWP eine Bürgerbeteiligung vorgesehen - um eben nicht über den Kopf der Betroffenen hinweg zu entscheiden.

Iltens Ortsbürgermeisterin Gisela Neuse hatte einige Gegenargumente parat. "Die derzeitige B 65 ist für uns doch schon eine Entlastungsstraße." An ihr liege Iltens Einkaufsmeile mit Supermarkt, Bäcker, Fleischer, Bank, Apotheke, Tankstelle und Getränkemarkt, die auch die Bilmer nutzten. "Wenn die Ortsumgehung kommt, ist hier alles tot."

SPD-Fraktionschef Olaf Kruse erinnerte daran, dass die B 65 in den vergangenen Jahren neu gestaltet worden sei, dass Bundesverkehrsministerium aber offenbar mit alten Plänen arbeite. Er monierte, dass eine Ortsumgehung eher als Ausweichstrecke für die überlastete A 2 fungieren soll. "Wir müssen das Problem deshalb dort an der Wurzel packen und nicht verlagern." Bei einer Umgehung würde das Dorf Bilm zur "Insellage" und die Stadtentwicklung eingeschränkt.

Miersch versprach, die Argumente in der nächsten Woche bei Verkehrsminister Alexander Dobrindt vorzutragen. "Vor allem der Hinweis auf die A2-Entlastung und die alten Pläne leuchten mir ein."

Von Oliver Kühn

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