Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Ein Festival voller SNNTG-Überraschungen

Sehnde Ein Festival voller SNNTG-Überraschungen

Bunt, lebendig, künstlerisch: Die Premiere des SNNTG-Festivals am Wochenende auf dem Gelände des Straßenbahnmuseums ist grandios gelungen. Alles bleibt ruhig und entspannt. Mehr als 1700 überwiegend junge Gäste genießen das Programm. Und Sehnde, beziehungsweise Wehmingen, ist jetzt Festival-Ort.

Voriger Artikel
Dieb bricht Fiat Ducato in Ilten auf
Nächster Artikel
Mühlenstraße ist das größte Projekt 2018

Zwischen Gleis Nul, und Wummerland: Auf Hohenfels steigt zum ersten Mal das SNNTG-Festival.

Quelle: Laura Ebeling

Wehmingen. Sich zu Elektromusik auf der Tanzfläche bewegen, Lesungen lauschen oder auf der Spielwiese  beim Yoga entspannen. Die Palette des Angebots beim SNNTG-Festival mit dem Wort "vielfältig" zu beschreiben, ist eine Untertreibung. Drei verschiedene Bühnen, drei verschiedene Musikrichtungen. Während sich die Einen im Wummerland zu elektronischen Bässen bewegen, bringt an einer anderen Ecke des weitläufigen Museumsgeländes Hip Hop und Soul die Gäste auf die Beine. An der Bühne mit dem Namen Gleis Null gibt es indes Indie-Pop und Rock.

Doch laut und musikalisch ist nicht alles: In vielen Ecken des Geländes haben die SNNTG-Macher Sitzmöglichkeiten geschaffen. Sie haben alte Straßenbahnen entkernt, um sie als Rückzugsort für Besucher anzubieten. Und all das nehmen die Gäste bei überwiegend bestem Wetter sehr gerne an. Egal wo man hinsieht – überall sehr viel Liebe zum Detail. Brillen hängen als Deko von einer Schnur hinab, in Regenschirmen sind kleine Lampen montiert, die Bühne im Wummerland mutet an wie die Vorderansicht einer Spinne.

„Es ist mal was Neues, mal was ganz Anderes“, sagt ein Besucher begeistert. 1736 Tickets haben die SNNTG-Macher für den Sonnabend nach eigenen Angaben im Vorfeld verkauft, 2000 Besucher sind die Höchstgrenze. Denn das Festival soll familiär bleiben, heißt es. Daher sind auch viele der Festivalbesucher entweder Freunde der Organisatoren, Künstler, helfen selbst in Verkauf und Organisation mit oder kommen aus der näheren Umgebung. „Ohne die mehr als 100 Leute, die hier ehrenamtlich arbeiten, würde das alles gar nicht funktionieren“, erklärt Organisator Marc Schwabbauer.

Eine der freiwilligen Helferinnen am Getränkestand etwa erzählt, was an ihrem Job so super ist: "Da bekommt man trotz der Arbeit noch viel von den Bands mit." 100 Künstler, davon rund 50 Musikacts hat das SNNTG-Festival zu bieten. Einer von ihnen ist die Band Lionman. Und deren Sänger Béla Braack ist selbst total begeistert von der Atmosphäre: „Ich stehe total auf Selfmade. So ein Festival verbindet und ist verdammt wichtig für eine gute Künstlerszene.“

„Es ist hier sehr gut zum Abschalten“, erzählt indes eine Festivalbesucherin: "Es ist hier alles total kreativ gemacht, man kann überall etwas entdecken.“ Stimmt! Während auf der Bühne eine Band ihren letzten Song spielt, zeigt ein Artist direkt nebenan seine Fähigkeiten an der Pooldance-Stange. Überall kleine SNNTG-Überraschungen: In den historischen Straßenbahnen zum Beispiel, die im Pendelverkehr Besucher zwischen Gleis Null und der Wummerland-Bühne transportieren, fangen während der Fahrt plötzlich zwei Musiker mit ihren Gitarren zu spielen an und zu singen dazu.

Selbst vom Gewitter am Freitagabend lassen sich die SNNTG-Premierenbesucher nicht ihre Laune verderben. Die Veranstalter müssen aus Sicherheitsgründen den Campingplatz evakuieren und die Musikdarbietungen unterbrechen. Außerdem versagen zwischenzeitlich die heimlichen Stars des Festivals, die historischen Trams, ihren Dienst. Zu Verärgerung führt das nicht. „So etwas gehört nunmal dazu“, sagte eine Besucherin gelassen. „Man lernt irgendwann, dass nie alles klappen kann und immer irgendwas dazwischen kommt“, meint auch Schwabbauer.

Unterstützung aus Sehnde, Bolzum und Wehmingen haben die SNNTG-Macher reichlich. Auf dem Festivalgelände versehen freiwillige Feuerwehrleute aus den Dörfern die Brandwache. Wehmingens Ortsbürgermeister Olaf Kruse ist schon am ersten Festivalabend auf dem Gelände, ebenso wie Sehndes Stadtmarketingbeauftragte Ines Raulf.

Als auf dem Zeltplatz der Platz für die Besucher knapp wird, wird eine benachbarte Wiese, die eigentlich als Parkplatz dienen soll, zum zweiten Campingareal umfunktioniert. Ein Bauer mäht indes auf einem angrenzenden Acker in Windeseile das Kornfeld ab und schafft damit neuen Parkraum. Und schließlich richten einige Anwohner einen besonderen Service ein: Sie versorgen morgens die Camper mit Kaffee, belegten Brötchen und Eiern. „Das ist echt cool, sowas hat man auf anderen Festivals nicht“, sagt eine Camperin. Einziger Kritikpunkt: Die Entfernung vom Campingplatz zum Festivalgelände ist vielen etwas weit. Wirklich genervt hat das aber kaum jemanden. „Ich wurde mich freuen, wenn sich so ein Festival hier etablieren würde“, sagt ein Teilnehmer. Und das sehen viele Sehnder anscheinend nicht anders.

Das Interview: "Wir sind vollkommen begeistert."

Organisator Marc Schwabbauer ist einer von 56 Mitgliedern des SNNTG-Teams. Der 23-jährige Student der Medizinischen Hochschule Hannover hat für das SNNTG-Festival extra ein Urlaubssemester eingeschoben. Im Interview spricht er mit unserer Mitarbeiterin laura Ebeling.

"Wie sind Sie darauf gekommen, das Festival in Sehnde zu veranstalten?"

Erst haben wir in Hannover geschaut, was aber schwierig war, weil da relativ viele Flächen schon mit mehreren Veranstaltungen im Jahr genutzt werden und weil es da nicht so viele Möglichkeiten für so ein Festival gibt. Dann haben wir uns ins Auto gesetzt, sind herumgefahren, haben Flächen gesucht, herumtelefoniert. Irgendwann sind wir beim Stadtmarketing von Sehnde gelandet. Frau Raulf hat uns das Gelände des Straßenbahnmuseums empfohlen. Wir waren sofort begeistert. Die Straßenbahnleute fanden die Idee auch gut, und dann ging alles ganz schnell.

"Haben Sie das Gefühl, dass das Festival hier willkommen ist?"

Ja. Der Ort Wehmingen, der Ortsbürgermeister und auch die Stadt unterstützen uns, wo sie können. Die Anwohner finden es auch gut, unterstützen uns in vielen Punkten. Wie auch gerade jetzt der Bauer, der sein Feld für uns abmäht. Wir sind vollkommen begeistert, wie positiv das Festival hier aufgenommen wird.

"Wird es das SNNTG nächstes Jahr wieder geben?"

Auf jeden Fall. Ich sage mal so: Gerade im ersten Jahr hat man extrem viele Hürden und Strapazen die man meistern muss. Zum Beispiel den Bauantrag, die Strukturierung des Geländes oder die Einrichtung der Sanitäreinlagen, der Wasser- und Stromversorgung. Da wäre dann für die nächsten jahre schon viel Vorarbeit geleistet. Der Bauantrag zum Beispiel gilt für mehrere Jahre. Auch deswegen wollen wir das Festival unbedingt wieder machen.

doc6vq696z511v2sw507nd

Fotostrecke Sehnde: Ein Festival voller SNNTG-Überraschungen

Zur Bildergalerie

Von Laura Ebeling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x769ny9sme6j4664b4
Telefonzelle hat auch als Dusche ausgedient

Fotostrecke Sehnde: Telefonzelle hat auch als Dusche ausgedient