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Investoren haben kaum Interesse an Maschwiese

Sehnde Investoren haben kaum Interesse an Maschwiese

Nach zweijähriger Planung liegt ein erster Entwurf für das geplante Baugebiet Maschwiese Süd mit Geschosswohnungen im Norden der Kernstadt vor. Doch das Interesse von Investoren ist verhalten: Bis auf einen sind alle abgesprungen. Nur die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) ist noch im Boot.

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So sieht es der Entwurf vor: Das geplante Baugebiet Maschwiese Süd soll mit einer neuen Straße von der B443 (Lehrter Straße) an den Bahnhof angebunden werden.

Quelle: Oliver Kühn

Sehnde. Bei der Vorstellung im Ortsrat Sehnde am Montagabend nannte Fachbereichsleiter Godehard Kraft einen Grund für die Zurückhaltung der Investoren: "Die Nachfrage nach sozialem Wohnungsbau ist nicht so hoch, wie man denkt." Das ist bei Planungen mit öffentlicher Förderung aber ein wichtiger Aspekt. Gefragt seien dagegen kleine Wohnungen etwa für Alleinstehende oder große Wohnungen für Familien - dazwischen sei die Nachfrage gering.

Kraft betonte, dass es sich bei dem Entwurf um ein Angebot handele und nicht um einen Bebauungsplan für ein konkretes Vorhaben. Die Grundstückszuschnitte etwa seien deshalb noch unklar und würden vom Investor je nach Marktlage festgelegt. Das Thema Lärm sei für das Baugebiet zwischen der Bahnstrecke Hildesheim-Lehrte im Westen und der Bundesstraße 443 im Osten aber immer im Auge zu behalten. Weil die Bahn keine Lärmschutzwände erreichten wird, soll passiver Lärmschutz etwa an Fenstern oder Wänden verwirklicht werden. Die Balkone und Schlafräume sollen von der Bahn abgewandt liegen.

Eine gute Mischung in den dreigeschossigen Wohnblocks ist der Stadt wichtig, wird das Baugebiet doch mit einer neuen Straße von der B 443 an den Bahnhof angebunden - als Einbahnstraße. Dort soll auch ein Park-and-Ride-Parkplatz mit 22 Stellflächen für Pendler entstehen. Ob es einmal eine Durchfahrt zur Peiner Straße geben wird, ist noch unklar. Das Gelände gehört der Bahn. Nach derzeitigem Stand würde der Verkehr über die Straße Am Bahnhof wieder abfließen. Dagegen hatten Anwohner protestiert, die Lärmbelästigungen und einen Nachteil für Flora und Fauna befürchten. Der Ortsrat hat die Bedenken jedoch nicht mitgetragen. 

Auf die Frage aus dem Gremium, ob es von Seiten der Investoren Interesse an betreutem Wohnen gibt, wie es sich die Politik wünscht, wollte sich Kraft nicht festlegen - und antwortete mit einem "Jein". Sicher sei nur, dass die HRG-Grundstücksgesellschaft, sollte sie zum Zuge kommen, barrierefrei bauen würde. Dagegen sieht es um eine mögliche Kindertagesstätte schon wesentlich besser aus. Dafür gebe es bereits konkrete Gespräche.

 Die Überplanung der Maschwiese als Baugebiet war für die Stadt offenbar ein Kraftakt. "Das war eine schwierige Bestandsaufnahme", sagte Kraft. Etwa das Problem Wald: So wird der Wald an der Bahnstrecke zu einer Grünfläche umgewandelt - so braucht der Investor nicht mehr 35 Meter Abstand zu halten. Dafür pflanzt die Stadt in Bilm freiwillig 4000 Quadratmeter neuen Wald an. Darüber hinaus sei es schwer, das Wasser aus dem unter dem Straßenniveau der B 443 liegenden Fläche zu entsorgen. Weil das Gefälle nicht ausreicht, muss dafür nun eigens ein Leitungssystem unter der Erde gebaut werden.

Auch der Artenschutz sei sehr sorgfältig untersucht worden, sagt Kraft. Schützenswerte Fledermäuse geben es in diesem Bereich aber nicht. Ebenso sei ein Vorkommen der streng geschützten Zauneidechse ausgeschlossen, habe die Reptilienexpertin der Region Hannover festgestellt. Feldhamster seien aufgrund des hohen Grundwasserstandes unwahrscheinlich.

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So könnte die Bebauung nach einem ersten Entwurf aussehen. Noch ist aber unklar, ob und wie diese Angebotsplanung später einmal genau umgesetzt wird.

Quelle: Stadt Sehnde

Von Oliver Kühn

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