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Lastwagen liefern Wasser für Bergwerk-Flutung

Sehnde Lastwagen liefern Wasser für Bergwerk-Flutung

Die Flutung des stillgelegten Kalibergwerks Bergmannssegen-Hugo in Sehnde geht in eine neue Dimension: Ab Freitag wird erstmals Salzwasser per Lastwagen angeliefert, vom Frühjahr an auch mit der Bahn. Etwa 70 Fahrzeuge werden dafür täglich von der A7 über die B 65 durch Ilten und Köthenwald rollen.

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Das stillgelegte Bergwerk Bergmannssegen-Hugo in Ilten wird noch bis 2020 geflutet: Dazu wird jetzt Salzwasser mit Lastwagen und bald auch Kesselwagen der Bahn angeliefert.

Quelle: K+S

Ilten. Bislang wird zur Stabilisierung der unterirdischen Hohlräume Wasser aus dem Mittellandkanal sowie Salzwasser aus der Gaskaverne in Empelde eingeleitet. Jetzt wird vom Unternehmen K+S Kali GmbH Salzwasser mit Lastwagen aus den Werken Werra und Braunschweig-Lüneburg herangeschafft - zunächst täglich rund 1500 Kubikmeter, also 1,5 Millionen Liter. Das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat die Genehmigung dazu bereits erteilt.

Spätestens im Frühjahr soll die Menge mit Kesselwagen der Bahn auf 4000 Kubikmeter gesteigert werden. Geplant sei ein Zug mit 20 bis 30 Waggons pro Tag, sagt K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Doch dafür müsse noch ein Gleis ausgebaut und mit einer Gleiswanne versehen werden, um Versickerungen im Boden zu vermeiden. Dafür laufe bereits das Genehmigungsverfahren.

Das Umfeld in Sehnde werde von den Transporten kaum etwas merken, meint Göbel: "Wir versuchen, Ortsdurchfahrten weitgehend zu vermeiden." Mit Ausnahme von Ilten. Von der A7 gehe es über die B 65 (Sehnder Straße). Die direkte Anlieferung führe dann über die Straße Schnedebruch, an der Justizvollzugsanstalt vorbei.

Die Strecken aus Werra und Braunschweig würden allerdings von den Transportunternehmen selbst festgelegt. Die meisten kämen aber aus dem mehr als 200 Kilometer entfernten Werk Werra, da liege die A7 als Anfahrtsroute nahe. Hintergrund für die Transporte ist, dass der Fluß Werra derzeit zu wenig Wasser führe und man im dortigen Werk deshalb nicht genügend Salzwasser einleiten dürfe.

Die Kosten für die Transporte, die aus Rücklagen bezahlt werden, wollte Göbel aus Wettbewerbsgründen nicht sagen. Sie seien hoch - aber ansonsten müsste man die Produktion einschränken. Die Flutung des Werks Bergmannssegen-Hugo soll 2020 abgeschlossen sein. Dann werden weit mehr als 30 Millionen Kubikmeter Wasser in die stillgelegten Stollen geflossen sein.

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Das Foto zeigt eine Kübelfahrt in einem Blindschacht in Bergmannssegen-Hugo vor der Stilllegung: Seit 1994 fahren dort keine Kumpel mehr ein.

Quelle: privat

Von Oliver Kühn

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