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45 Mitarbeiter müssen bei "Fritz Lange" gehen

Schilderhersteller 45 Mitarbeiter müssen bei "Fritz Lange" gehen

Der Schilderhersteller „Fritz Lange“ aus Völkensen will sich neu aufstellen, investieren - und so auf veränderte Marktbedingungen und Management-Versäumnisse reagieren. Großer Wermutstropfen: Etwa 45 der 120 Mitarbeiter müssen deshalb gehen.

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Blick ins Schilder-Lager: Wegen einer großen Umstrukturierung müssen bei „Fritz Lange“ in Völksen rund 45 Mitarbeiter gehen. 

Quelle: Archiv

Völksen. Um die Umstrukturierungen stemmen zu können, müsse man die Personalkosten deutlich senken, sagt Prokurist Thomas Böning. Der Schritt falle dem Unternehmen schwer: „Wir sind ein Familienbetrieb, die Geschäftsführung kennt die Leute, die Familien.“ Chef Folker Lange, Sohn des Firmengründers Fritz Lange, sagt, er habe auch deshalb natürlich gezögert. Man wolle jedoch verhindern, dass das Unternehmen langfristig Probleme bekomme.

Und die seien absehbar, sagt Böning: „Wir sind zuletzt nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen.“ Das liege einerseits am veränderten Verkehrsschilder-Markt: Kommunen schlössen sich bei Ausschreibungen zu großen Verbünden zusammen: Sei dann einer der sechs deutschlandweiten Konkurrenten günstiger, verliere man viele Aufträge auf einmal. Durch die zentrale Lage Niedersachsens in Deutschland „werden wir im Wettbewerb von allen Seiten beschossen“, sagt Lange.

Dazu komme der Vorteil einiger Konkurrenten, die etwa in Ostdeutschland in strukturschwachen Gebieten angesiedelt sind: „Dort gibt es Fördermittel, die wir hier nicht bekommen“, sagt Böning. Er räumt aber auch ein, dass bei „Fritz Lange“ in den vergangenen Jahren Fehler gemacht wurden: „Es ist nicht innovativ gedacht worden.“

Die Einstellung, es werde immer so weiter laufen, habe jetzt zu den aktuellen Problemen beigetragen. Ein Blick ins Handelsregister zeigt: Die Führungsebene unter Lange wechselte in den vergangenen Jahren häufig.

Man sei aber nicht in einer Schieflage: „Unser Ziel ist die Neuausrichtung, um eben das zu verhindern.“ Geld für die Umplanungen sei vorhanden. Gerade erst habe die Firma eine neue Maschine für 200 000 Euro angeschafft, die in der Produktion mehrere Arbeitsplätze ersetze. Eine weitere Anschaffung ist geplant: „Wir erhöhen wie die Konkurrenz auch den Automatisierungsgrad“, so Böning. Nur: In Maschinen und Personal gleichzeitig investieren - das sei kaum zu stemmen, sagt der Prokurist. Hinter „Fritz Lange“ stehe eben keine Bank oder kein Investor: „Die Familie Lange schießt ihr Kapital rein - aber das Unternehmen muss auch in der Lage sein, sich selbst zu tragen.“

Im Management sei Personal ausgetauscht worden, der Vertrieb neu ausgerichtet: „Wir wollen zum Beispiel verstärkt in den Privatmarkt einsteigen.“ Schilder als Geburtstagsgeschenk, für Haushalte, für Firmen - all das habe man bislang vernachlässigt. Ein neues Außendienst-Team soll sich außerdem verstärkt um den Markt jenseits der klassischen Ausschreibungen kümmern.

Unterm Strich steht trotzdem ein bitterer Einschnitt an: Etwa 45 Stellen werden abgebaut: „Wenn es am Ende etwas weniger sind, geht das auch. Aber in der Größenordnung bewegen wir uns“, sagt Böning. Die Reduzierung sei abteilungsübergreifend geplant, der Betriebsrat eingebunden - auch die IG Metall. Bis Ende April will Lange die Personalplanungen abschließen; per Sozialplan und nach Verhandlungen sollen die Mitarbeiter ermittelt werden, die gehen müssen.

Von Christian Zett

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