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Ärger bei Zeltparty im Deister

Springe Ärger bei Zeltparty im Deister

Party am Deisterrand:In Punkto Lärmschutz droht die Stadt mit strengeren Auflagen – Der Veranstalter von "Butter bei die Fische" plant keine Wiederholung des Events.

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Sofas im Wald: Die 30-Stunden-Party „Butter bei die Fische“ am Deister lockte Hunderte Besucher an. Und beschäftigte Montag noch die Stadt.

Quelle: privat

Springe. „Butter bei die Fische“ - unter diesem Motto trafen sich am Wochenende Hunderte junger Menschen am Waldrand unterhalb des Deisters. Und tanzten, feierten, zelteten, gut 30 Stunden am Stück. Und weil es bei Großveranstaltungen nicht ohne Beschwerden geht, beschäftigten sich Stadt und Anwohner auch am Montag noch mit der Feier. Das Ordnungsamt droht mit strengeren Auflagen. Dabei, das betonte die Polizei, habe man in der Nacht auf Anwohnerklagen über Lärm umgehend reagiert. Messungen mit einem eigens von der Stadt ausgeliehenen Gerät hätten allerdings zu keinem Zeitpunkt eine Überschreitung der Vorgaben gezeigt, sagt Einsatzdienstleiter Lutz Fricke.

Die Party sei ordnungsgemäß als öffentliche Veranstaltung mit etwa 300 Gästen bei der Stadt angemeldet worden. „Und wenn die Verwaltung sie nicht verbietet, dann genehmigt sie sie im Umkehrschluss ja“, so Fricke. In Sachen Lärmschutz sei den Veranstaltern demnach bis 23 Uhr ein Wert von 70 Dezibel vorgegeben worden - das entspricht nach einer Tabelle des Bundesumweltministeriums etwa dem Lärm eines Autos, das in zehn Metern Entfernung vorbeifährt. Nach 23 Uhr sei der erlaubte Wert dann auf 55 Dezibel gesunken - etwas lauter als normale Gesprächslautstärke. Für die Anwohner problematischer waren wahrscheinlich die leiseren tiefen Töne, die Bässe, die allerdings bei der Dezibelmessung keine Rolle spielen.

Nichtsdestotrotz will die Stadt im nächsten Jahr genauer hinsehen: Man müsse über strengere Lärmauflagen nachdenken, so Ordnungsamtschef Werner Mosch. Bei ihm seien mehrere Beschwerden eingegangen. Mosch spricht lediglich von einer Schankgenehmigung, die die Stadt erteilt habe: „Dazu gibt es von uns ein Merkblatt zum Thema Lärm und Ruhezeiten.“ Problematisch sei die Lage der Partyfläche nahe der Samkesiedlung: Der Deister werfe Schall zurück. Vonseiten der Macher hieß es gestern, es habe sich in dieser Form um ein einmaliges Event gehandelt, von dem bislang keine Fortsetzung geplant sei. Die Veranstalter, mehrere Freunde, verstreuten sich in den kommenden Wochen - etwa zum Studieren - in alle Himmelsrichtungen und hätten vorher noch einmal gemeinsam etwas aufbauen wollen. Dass die Feier öffentlich angemeldet wurde, sei nötig gewesen, weil die Gruppe Eintritt nahm - um die Kosten zu decken.

In ihrer Einladung, die die Macher per Internet verbreiteten, sprechen sie von der dritten Auflage von „Butter bei die Fische“. In den vergangenen Jahren, so Mosch, sei das ganze allerdings stets als Privatveranstaltung und nicht als öffentliche Party gelaufen.

Von Christian Zett

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