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Ärger um Behindertenparkplatz

Springe Ärger um Behindertenparkplatz

Es kümmert sich einfach niemand, es ist ein Graus“, sagt ein 68-jährige Springer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

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Springe. Er ist mit 100 Prozent schwer beeinträchtigt - und dringend angewiesen auf Behindertenparkplätze. Die würden aber immer häufiger von Falschparkern blockiert. „Das ist richtig dreist. Viele Autofahrer haben gar keine Berechtigung, dort zu parken, und wissen das oft ganz genau“, beklagt er.

Werden die Falschparker erwischt, würden sie oft aggressiv und frech reagieren. „Ich wurde schon beleidigt und auf das Übelste beschimpft.“ Und er weiß, dass das vielen Betroffenen so gehe.

Wie dreist manche Fahrer seien, habe er ebenfalls festgestellt. „Mal liegt einfach ein Rezept vom Arzt im Auto oder eine schlechte Kopie eines Behindertenausweises aus dem Internet.“

Die umkämpften Parkplätze ermöglichen ihm „Teilhabe am Leben“, so der 68-Jährige. „Ich will nicht nur zu Hause sitzen, sondern auch rauskommen.“ Das gestalte sich aber zunehmend schwer. An Tagen, an denen es ihm sehr schlecht geht, ist er zusätzlich auf einen Rollator angewiesen. Die normalen Parkplätze seien aber zu eng, um den Rollator aus dem Auto zu bekommen. Müsse er längere Wege ohne Pausen bewältigen, könnte sein Herz stehen bleiben.

Die Probleme von körperlich beeinträchtigten Personen bei der Parkplatzsuche kennt auch die Völksenerin Heidemarie Köster. Als Vize-Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands Hannover-Land kümmert sie sich um die Belange von mehr als 15 000 Mitgliedern. „Die Behindertenparkplätze sind bei uns ein großes Thema“, sagt Köster.

Seit längerer Zeit geht Köster mit den Falschparkern in die Offensive und verteilt Karten mit dem Text: „Sie haben meinen Parkplatz - Wollen Sie auch meine Behinderung?“ Auch sie komme oft nicht weiter, wenn sie die Parksünder offen anspreche. „Die werden richtig frech“, weiß Köster aus eigener Erfahrung. Die Völksenerin weiß aber auch, wie schwierig es überhaupt ist, einen Ausweis zu bekommen, der berechtigt, auf den ausgewiesenen Parkplätzen zu stehen.

Wer ohne ihn auf Behindertenparkplätzen steht und erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. 35 Euro werden fällig, zudem muss der Fahrer mit einem kostenpflichtigen Abschleppen des Wagens rechnen. Die Stadt sieht die Sache weniger dramatisch. Dass sich die Lage zuspitze, könne er nicht bestätigen, sagt Karsten Kohlmeyer, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts: „Das Problem kommt immer wieder mal auf.“

Eine Übersicht, wie viele Behindertenparkplätze in Springe vorhanden sind, gebe es nicht. Kohlmeyer würde aber auch feststellen, dass auf dem Behindertenparkplatz vor dem Rathaus immer wieder Falschparker stünden.

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