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Ambulanz „massiv torpediert“

Springe Ambulanz „massiv torpediert“

Der Streit um die Zukunft der Notfallambulanz geht in die nächste Runde: Die SPD Springe wirft der ärztlichen Leitung des Klinikums Gehrden vor, die heimische Einrichtung „zu torpedieren“ und deren vorzeitige Schließung zu betreiben. Ihren Ärger macht die Partei nicht nur an der jüngsten Infoveranstaltung der Chefärzte fest.

Springe. Es ist ja so eine Sache mit der SPD und dem Krankenhaus. Die Regionsfraktion der Sozialdemokraten hatte Ende 2014 zusammen mit der Mehrheit der Grünen die Schließung der Springer Klinik beschlossen. Dagegen wehrte sich die Springer SPD; bis heute kritisieren heimische Parteivertreter die Genossen in Hannover auch öffentlich.

Der SPD-Vize Bastian Reinhardt etwa, gerade zum neuen Fraktionschef gewählt, hält bis heute - vorwiegend bei Facebook - nicht hinterm Berg mit seiner Meinung über SPD-Regionspräsident Hauke Jagau, bezeichnet ihn etwa als „Betrüger“. Die Springer Sozialdemokraten tun sich bis heute schwer damit, sich als Gegner der Krankenhaus-Schließung zu positionieren. Parteichef Eberhard Brezski, gerade frisch in die neue Regionsversammlung gewählt, ärgert das: Er wird nicht müde zu betonen, dass es gar die Initiative der Springer SPD gewesen sei, die überhaupt noch zur Einrichtung der Notfallambulanz geführt hat. Sonst hätte man, betont Brezski, gar nichts mehr gehabt.

Man muss es wohl auch vor diesem Hintergrund sehen, dass sich die SPD jetzt neben den eigenen Genossen auch auf das Klinikum selbst einschießt: „Unerträglich“ und „armselig“ sei das Verhalten der Leitung in Gehrden, schimpft Brezski in einer Mitteilung der Partei. Der Gestorfer gilt als Freund deutlicher Worte - manchmal so deutlich, dass er sie hinterher wieder einfangen muss.

Seine Kritik ist jedoch ebenso deutlich: Dass die Chefärzte bei ihrer Infoveranstaltung nicht auf die Informationswünsche der Bürger zur Notfallambulanz eingegangen waren, sei „schlicht unverschämt und in keiner Weise nachvollziehbar“. Das Leitungsteam um den Ärztlichen Direktor Dr. Martin Memming, so beschreibt Brezski seinen Eindruck, wolle „direkt und indirekt den Beschluss der Regionsversammlung zur Notfallambulanz unterlaufen“ - und so die Schließung der Einrichtung betreiben.

Für seine These führt Brezski nicht nur die aus seiner Sicht „instinktlose“ Infoveranstaltung an. Auch die verbesserte Anbindung des Klinikums Gehrden per Bus und Bahn werde in Gehrden selbst „weder per Aushang noch per Auskunft“ beworben.

Einige weitere Indizien wolle er nun per Anfrage bei der Region überprüfen lassen. Und: Als neuer Regionsabgeordneter wolle er sich „dafür einsetzen, dass solche Guerilla-Taktiken unterbleiben“ kündigt Brezski an. Dass einige Springer gezielt das Klinikum in Gehrden mieden, sei für ihn unter diesen Gesichtspunkten verständlich.

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