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Ausgrabung kostet die Stadt viel Zeit und Geld
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Eldagsen Ausgrabung kostet die Stadt viel Zeit und Geld

Pinsel, Kamera und Metalldetektor sind zurzeit rund um die St.-Alexandri-Kirche wichtige Werkzeuge: 30 Skelette - alle etwa 200 Jahre alt - haben Archäologen und Grabungstechniker einer Isernhagener Fachfirma bis Freitag freigelegt. Auf dem Gelände sind im Zuge der Stadtsanierung Kanalarbeiten geplant.

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Neun Archäologen, Grabungstechniker und Helfer legen auf dem Gelände ganze Skelette und Knochenfragmente frei.

Quelle: Petra Zottl

Springe. Doch bei 30 Skeletten wird es wohl nicht bleiben: Aufgrund der Menge der Gebeine, die schon dicht unter der Erdoberfläche gefunden wurden, rechnen die Archäologen mit älteren Funden in tieferen Schichten.

Bis zu 1000 Jahre alte Skelette, Sarggriffe und eine Totenkrone aus Bronze im Norden, Fundamente einer mittelalterlichen Siedlung im Südwesten, vier noch undatierte Grüfte im Südosten der Kirche – was für Archäologen ein segensreicher Fund ist, ist für die Stadtverwaltung aus finanzieller Sicht eher ein Fluch. Denn laut niedersächsischem Denkmalschutzgesetz muss ein Investor – hier die Stadt – für die Erfassung historisch bedeutsamer Funde aufkommen, die wegen eines Bauprojekts zerstört würden. Mit ein paar Funden hatte die Stadt gerechnet. „Aber in dieser Güte war es für uns kaum abzusehen“, sagte Stadtplanerin Susan Demelius seufzend. Spannend findet die Stadt die Funde auch – nur verzögert die Grabung nicht nur den Baufortschritt, sondern sie treibt auch die Kosten in bislang noch unbekannte Höhe. „Das haut uns in die Kasse“, sagte Demelius. Sie lobte die Baufirma, die gut mit der Situation umgehe. Dass die Funde recht bedeutsam sind, davon sind Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf und Grabungsleiter Tobias Poremba überzeugt. Bemerkenswert sei, dass die jüngsten Gebeine nur 30 bis 40 Zentimeter tief liegen und im Lehmboden gut konserviert wurden. Die Grüfte würde Wulf gern erhalten, um die geborgenen Skelette nach der Dokumentation neu zu bestatten. Unglücklicherweise liegen diese genau da, wo die Kirche an den Regenwasserkanal angeschlossen wird. Die Archäologen appellieren an die Bürger, das Gelände nicht allein zu betreten, um nichts zu zerstören. Am Dienstag, 9. April, beginnt um 17 Uhr am Sparkassenparkplatz eine offizielle Führung.

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