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Ausreißern auf der Spur

Springe Ausreißern auf der Spur

Allumfängliches Lob von der Politik erhält der neue Energiebericht, den die Verwaltung jetzt vorgelegt hat. Dabei sind manche der darin enthaltenen Informationen missverständlich, andere sind gar nicht zu gebrauchen.

Springe. Wie berichtet, hat die Verwaltung erstmals eine externe Gutachterfirma mit der Erstellung des Berichts betraut. Das hat den Vorteil, dass das Papier nun, im Gegensatz zum ersten Energiebericht, genauere Analysen möglich macht. Wenn die Datenbasis stimmt.

Und da mussten Andre Malkowski und sein Team am Dienstagabend im Technischen Ausschuss einräumen, dass das Gutachten in einigen Fällen etwa auf einer falschen Datenbasis beruht. In anderen Gebäuden sind ungewöhnliche Schwankungen des Strom- oder Wasserverbrauchs auf ganz andere Dinge zurückzuführen.

Wie etwa im Fall des Friedhofs I. Der verbrauchte im Jahr 2015 Heizkosten in Höhe von 47 309 Euro. Und damit mehr als das Heizen des Feuerwehrhauses in Bennigsen gekostet hat. Heizung auf dem Friedhof? Kein Druckfehler - die Kapelle dort muss im Winter durchgehend geheizt werden. Doch warum sind die Heizkosten im Jahr 2015 nahezu um den doppelten Faktor angestiegen?

Auch da schließt die Verwaltung einen Druckfehler aus. Stattdessen geht man im Baudezernat davon aus, dass die Gutachter der Firma Ewe den Wert fürs Jahr 2015 einfach geschätzt haben. „Uns lag zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens noch keine Abrechnung des Versorgers vor.“

Und noch ein Fehler auf dem Friedhof I? Immerhin hat sich der Wasserverbrauch der Liegenschaft im Jahr 2015 verdreifacht. Das hat aber alles seine Richtigkeit: „Wegen Kanalbauarbeiten an der Völksener Straße wurde viel Wasser entnommen“, heißt es seitens der Verwaltung. Noch ein Rätsel: Der Anstieg der Stromkosten auf dem Friedhof II. Oder überhaupt - weshalb sind die Stromkosten dort eigentlich so hoch - das wollte Tim Schmelzer (CDU) wissen. Die Antwort: Dort gibt es einen Kühlraum für Verstorbene. Und die Kühlung war im Winter 2014/15 offenbar defekt, was den starken Anstieg der Stromkosten erklärt.

Aber nicht für jeden Anstieg gibt es eine gute Erklärung. Etwa für die Erhöhung der Heizkosten im Schulzentrum Süd um bis zu 40 Prozent. Immerhin wurden dort schon etliche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die den Energieverbrauch eigentlich senken sollen. 2013 mit dem Anschluss ans Fernwärmenetz der Stadtwerke, 2015 mit einer Fassaden- und Fenstersanierung. Woher also der steigende Wärmehunger?

„Das ist schwer zu erklären“, sagt auch der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Friedrich Woltmann (CDU). Ursel Postrach (SPD) schlägt vor, bei dem Thema die Hausmeister zu befragen. Verwaltungschef Gerd-Dieter Walter möchte, dass die mithilfe der „Aktion Sparfüchse“ an den Schulen gesammelten Daten zur Lösung des Rätsels herangezogen werden.

Und Elke Thielmann-Dittert von den Grünen weist darauf hin, dass die Springer Gebäude, verglichen mit dem Durchschnitt in Deutschland, alle recht schlecht dastehen. Das passiert, wenn man 40 Jahre lang einfach nicht investiert“, sagte sie. Das soll sich aber jetzt ändern: Mithilfe des Energieberichts möchte die Verwaltung künftig analysieren, wo sich Investitionen in Gebäude lohnen. Und der Politik vorschlagen, die Maßnahmen zu beschließen.

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