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Bilder-Streit beschäftigt den KVV

Bad Münder Bilder-Streit beschäftigt den KVV

Eine Fotografin streitet sich derzeit mit dem Kur- und Verkehrsverein, weil Aufnahmen der Fotografin und ihres verstorbenen Mannes ohne ihre Zustimmung auf einem Plakat des Vereins gezeigt werden.

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Auf einem großen Plakat wirbt der KVV für Führungen mit dem „Türmer“ auf den Kirchturm. Im unteren Teil finden sich die Aufnahmen, um deren Verwendung sich Fotografin Ursula Thielscher und KVV streiten.

Quelle: Rathmann

Bad Münder. Der Streit zwischen Ursula Thielscher und Kur- und Verkehrsverein wird wohl vor Gericht landen - weil der KVV und Fotografin grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen über die Rechtmäßigkeit der Nutzung urheberrechtlich geschützter Fotografien vertreten.

Was war passiert? Im vergangenen Jahr wurde die Fotografin durch Kunden darauf aufmerksam gemacht, dass mit Aufnahmen aus ihrem Buch „Bad Münder. Lebendige Vergangenheit. 50er Jahre und heute“ auf einem Plakat des KVV für Führungen geworben werde.

Die Fotos zeigen den Petri-Pauli-Kirchturm und die Installation von Glocken und Wetterfahne Mitte der 1950er-Jahre. Ihre Zustimmung zur Veröffentlichung war zuvor nicht abgefragt worden, auch ein Urhebervermerk findet sich nicht auf dem seit 2012 genutzten Plakat - dafür aber die identischen Bildunterschriften wie im Buch.

Thielscher war damit nicht einverstanden und machte ihrem Ärger in einem Schreiben Luft. Das ging an den Vorsitzenden des KVV mit Bitte um Stellungnahme. Die gab es im Januar in einem persönlichen Gespräch mit dem Vorsitzenden und im April nach einer Vorstandssitzung des KVV auch schriftlich. Der Vorsitzende Dieter Kölle entschuldigte sich für die unberechtigte Nutzung und schlüsselte den Umfang der Nutzung auf, damit die Fotografin daraus ihren Anspruch ermitteln könne.

Mit der folgenden Rechnung schien der KVV nicht einverstanden zu sein, Thielscher wiederum nicht mit der Art, wie ihr begegnet wurde. „Sie können uns ja verklagen“, habe ihr ein Vorstandsmitglied mit auf den Weg gegeben, und diesen Schritt will sie nach einem Schreiben des KVV im Mai nun auch gehen.

Darin wurde ihr ausführlichst dargelegt, warum die Verwendung der Bilder nach Auffassung der Unterzeichner ein sogenanntes „großes Kleinzitat“ darstelle und damit Thielscher weder einen Anspruch auf Unterlassung der Verwendung auf der Werbetafel noch einen Anspruch auf Schadensersatz haben soll.

Was die Fotografin, deren Mann 1949 selbst eines der ersten Mitglieder des Vereins war, an dem Schreiben besonders ärgert: Der KVV erklärt ihr, dass die Mitgliedschaft im Verein „für nicht wenige Mitglieder“ bedeute, eigene Leistungen und Werke zur Verfügung zu stellen, um der Allgemeinheit zu nutzen. Inzwischen hat die Fotografin sich der Dienste einer Fachanwältin versichert, die eine Klage vorbereitet hat. „Nur, weil jemand ehrenamtlich arbeitet, darf er sich nicht außerhalb des Gesetzes bewegen. Wenn ich vorher gefragt worden wäre, hätte ich die Bilder sicher zur Verfügung gestellt - aber man hat sich ja einfach bedient“, sagt Thielscher - selbst ehrenamtlich engagiert und - noch - Mitglied des KVV.

Dass es noch zu einer außergerichtlichen Einigung kommen wird, ist unwahrscheinlich. Angesichts des Streitwertes von 2400 Euro gibt es vom KVV-Vorsitzenden derzeit die deutliche Anweisung an die Akteure des Vereins, keine Planungen anzuschieben, die mit Kosten verbunden sind. Selbst Aktivitäten wie das Lichterfest im kommenden Jahr sieht er in Gefahr.

Von Jens Rathmann

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