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Barrierefreiheit führt zur Diskussion im Stadtrat

Springe Barrierefreiheit führt zur Diskussion im Stadtrat

Die Mitglieder des Springer Stadtrats mussten sich in ihrer jüngsten Sitzung mit der Frage beschäftigen, wie barrierefrei die Stadt ist. Grund war eine Diakoniebewohnerin, die auf die Probleme aufmerksam machte.

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Die Diakoniebewohnerin macht während der jüngsten Sitzung des Stadtrates auf Probleme in der Barrierefreiheit aufmerksam.

Springe. Springe. Es sollte ein unvergessliches Erlebnis werden: Einige Bewohner des Diakoniezentrums wollten sich ein Musical in Hamburg ansehen. Doch der defekte Fahrstuhl am Bahnhof machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nur knapp haben die Frauen gerade noch den Zug nach Hamburg erwischt. „Die fallen so oft aus, das ist unmöglich und unzumutbar“, beschwert sich Herta Naumann hinterher.

„Wir sind an dem Thema dran“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Die Verwaltung will noch einmal einen Brief an die Bahn-Mitarbeiter schreiben und auf das Problem hinweisen. Aber: „Die Bahn ist eher der Meinung, dass wir hier in Springe mit zwei Fahrstühlen gut aufgestellt sind.“

Rampe als Lösung

Die beste Lösung für körperlich beeinträchtigte Springer sei eine Rampe, ist Naumann überzeugt. „Am Bahnhof ist genug Platz“, sagt sie. Eine Rampe wäre aber sehr viel teuer im Bau als auch in der Unterhaltung, weiß Springfeld.

Naumann geht noch weiter: Für die Bewohner der Einrichtung an der Jägerallee sei das Erreichen des Bahnhofes schon eine große Herausforderung. Einige Gehwege seien kaum mit Rollatoren oder Rollstühlen zu überqueren. „Jedes Mal ein Taxi zu nehmen, wäre zu teuer“, betont die 75-Jährige. Viele Bewohner seien nach der Krankenhaus-Schließung darauf angewiesen, nach Hannover in die Klinik zu kommen.

Auch die Gehwege habe die Verwaltung im Blick: „Wir prüfen, was derzeit an der Insel an der Jägerallee möglich ist. Erst im nächsten Schritt sehen wir, wie wir den Weg barriereärmer gestalten können - ich habe mir das selbst angesehen und ausgetestet, wie schwierig das ist“, sagt Springfeld. Naumann will weiter an dem Thema dranbleiben und fordert darüber hinaus eine Tempo-30-Zone. Eine neue Regelung der Bundesregierung soll die Einrichtung von der Geschwindigkeitsbegrenzung erleichtern, insbesondere vor Schulen, Kitas und Altenheimen.

Darauf beruft sich Naumann jetzt. Sie will bei den kommenden öffentlichen Sitzungen der Politik dabei sein und ihr Anliegen öffentlich machen. „Ich habe viele positive Rückmeldungen für meinen Einsatz bekommen. Jemand muss sich schließlich darum kümmern“, gibt sie sich kämpferisch.

Von Saskia Helmbrecht

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