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Baumängel am OHG beeinträchtigen den Unterricht

Springe Baumängel am OHG beeinträchtigen den Unterricht

Schulleiterin Kerstin Prietzel sieht den Zustand des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) in Springe als teilweise betriebsgefährdend an. Baumängel beeinträchtigen den Unterricht.

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Die Qualitätsschule im Grünen leidet an ihrer baulichen Substanz: Bei der Behebung der Probleme klemmt es auch in der Kommunikation.

Springe. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Das gilt auf dem Bau und auch im Kulturausschuss. Dessen Mitglieder beschäftigten sich mit dem Otto-Hahn-Gymnasium (OHG). „Einer Bruchbude“, wie Schulleiterin Kerstin Prietzel sagte. Ein leidiges, bekanntes Thema, das eigentlich Sache des Bauausschusses ist.

Doch Prietzel schilderte die aktuellen Beeinträchtigungen in Fragestunde und Sitzungsunterbrechungen als so massiv, dass sie weit in den Schulbetrieb hineinragten. „Mit dem Kunstunterricht schrammen wir scharf an den Vorgaben entlang“, machte sie deutlich. Denn die Räume des Traktes, der eigentlich längst saniert sein sollte, sind nicht nutzbar. Hintergrund: Die 2016 erhobenen Annahmen zur Statik, auf denen die Sanierungspläne beruhten, waren zu Beginn der Umsetzung in diesem Jahr quasi in sich zusammengefallen. Was nach Plan tragen sollte, trug nicht - Baustopp. Neue Planungen, neue Ausschreibungen, neue Vergaben wurden nötig.

Dringlichkeit an allen Fronten, in deren Zuge offensichtlich die Kommunikation litt. „Wenn Bauarbeiter kommen, erfahren wir das oft erst kurz vorher“, beklagte sich Prietzel über „bedrückend nachlässige Bauvorbereitungen“.

Wo die Verwaltung sich vorn sieht in der Erledigung der akutesten Probleme, kommt der Fortschritt in der Schule nicht an. „Sind die Sommerferien überhaupt für Arbeiten genutzt worden?“, hakte die fraktionslose Claudia Mattiszik nach. Aktuell heißt es warten auf Fenster, die noch gefertigt werden, während alte bereits ausgebaut sind. Parallel seien von einer Liste mit Markierung der 101 akutesten Mängel gerade mal 20 Prozent abgearbeitet worden, kritisierte Prietzel weiter scharf. „Wo Sicherheit und Hygiene betroffen sind, ist das unbefriedigend.“

„Das alles ist bedauerlich, aber die Mitglieder des Kulturausschusses haben nicht die Gestaltungsmöglichkeiten, um darauf zu reagieren“, sagte Fachbereichschef Clemens Gebauers am Ende des Abends. Nichtsdestotrotz entfaltete das Thema OHG während der Sitzung Dynamik. Das detaillierte Vorlegen aller Vorgänge in Zeitstrahlen forderte FDP-Mann Matthias Lenz. Wilfred Nikolay, stellvertretend für Tim Schmelzer im Ausschuss, forderte das Einsetzen eines Bauleiters eigens für den Schulbereich. „Und wenn man keinen hat, kauft man sich einen“, rief er aus.

Um finanziellen Zeitbomben am OHG zu entgehen, müsse man jetzt Mittel in den Haushalt einstellen für die Probleme, die absehbar seien. Ein Beispiel: Spätestens 2019 verschärft ein kompletter 13. Jahrgang die Raumnot im OHG-Gebäude. „Die Ausweichräume im Bunker kann ich in den Spiegel schauend nur schameserrötend für Unterricht freigeben“, sagte Prietzel. Denn obwohl regelmäßig durchgeführte Breitbandtests auf Schimmel und Schadstoffe im Auftrag der Verwaltung bisher keinen Befund brachten, klagen Nutzer der Räume über Kopfschmerzen, kennen viele den muffigen Geruch, sehen schwarze Stippen am Teppichrand.

Derweil laufen Überlegungen, andere Provisorien zu schaffen, etwa in Form von Unterrichtscontainern. Der Abriss ganzer Gebäudeteile des OHG sei nicht auszuschließen, sagte Bürgermeister Christian Springfeld. „Wir gehen das Ganze ja so systematisch an, um nicht immer wieder vor neuen bösen Überraschungen zu stehen“, erläuterte er den Prozess mit Blick auf das ganze Gebäude. Die Sitzung fand ausnahmsweise auf dem Hermannshof statt, mit direktem Blick auf den Teepavillon. „Da kann man sehen, dass auch Hunderte Jahre alte Gebäude sehr gut in Schuss sein können“, hatte Ausschussvorsitzende Elke Riegelmann gleich zu Beginn mit einem Seitenhieb eröffnet.

Von Katharina Weißling

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