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Bergbühne: Ein Charmeur brilliert im Chaos

Lüdersen Bergbühne: Ein Charmeur brilliert im Chaos

„Eine Beziehung mit Abstand ist mit Abstand die beste Beziehung.“ So beschreibt Studienrätin Cornelia Braun, dargestellt von Christa Assel, ihre Liebesbekanntschaft, den Schriftsteller Frank Hoffmann (Markus Baumäcker). Damit beginnt das theatralische Chaos des Stücks „Mein Vater, der Junggeselle“.

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Christa Schneider (von links), Manuela Krause und Markus Baumäcker überzeugen auf der Bühne.

Quelle: Reinhold Krause

Springe. Im ausverkauften Haus der Bergbühne in Lüdersen strapazierten die Akteure mit dem Dreiakter von Curth Flatow die Lachmuskeln des Premierenpublikums. Eine alltägliche Geschichte: Die Eltern sind geschieden, und der gemeinsame 18-jährige Sohn Thomas (Kevin Krause) kann den Neuen seiner Mutter Barbara Hoffmann (Manuela Krause) nicht leiden. Kurzerhand beschließt er, bei seinem Vater einzuziehen. Mit zwei Koffern steht er eines Morgens vor dessen Tür und erinnert ihn an seine Vaterpflichten. Der hatte es sich allerdings nach seiner Scheidung als Single in einer Eineinhalbzimmerwohnung bequem gemacht - inklusive seiner neuen Liebschaft. Ein Generationskonflikt bahnt sich an.

Besonders heikel wird es, als auch noch Thomas’ Freundin Sabine, überzeugend dargestellt von Lisa Feise, in der Wohnung des Vaters auftaucht. Thomas lebt sich in dem nun eng gewordenen Appartement richtig aus. Laute Rockklänge dröhnen aus den Boxen, und auch in puncto Damenbesuch ist er kein Kind von Traurigkeit. Immer mittendrin im Geschehen: Frau Stadlmayer (Christa Schneider), Portiersfrau und Haushälterin.

Hartmut Zilse hat als Regisseur das Flathowsche Werk bestens in Szene gesetzt. Baumäcker ist die Rolle des Schriftstellers und Charmeurs Hoffmann wie auf den Leib geschneidert, und auch Kevin Krause überzeugte mit seinen schauspielerischen Qualitäten als Sohn der geschiedenen Hoffmanns. Gewohnt wandlungsfähig: Manuela Krause. Das Bühnenchamäleon zeigte wieder einmal seine künstlerische Bandbreite von furios bis liebevoll.

Flathow, gelernter Kaufmann, trat erst 1945 mit eigenen Gedichten auf und gründete das Kabarett „Die Außenseiter“. Das jetzt aufgeführte Stück wurde am Neuen Theater in Hannover in der Spielzeit 1994/95 über 340-mal aufgeführt und ist heute fester Bestandteil deutscher, aber auch ausländischer Boulevardbühnen.

Das Premierenpublikum dankte den Akteuren der Bergbühne für deren Auftritt mit steten Lachern und Szenenapplaus im Wechsel.

Die weiteren Termine

Mein Vater, der Junggeselle“ wird noch zu folgenden Terminen in der Bergdorfhalle Lüdersen gespielt: am Sonnabend, 29. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 30. Oktober, 16 Uhr; Sonnabend, 5. November, 20 Uhr (ausverkauft); Sonntag, 6. November, 16 Uhr (ausverkauft); Freitag, 11. November, 20 Uhr; Sonnabend, 12. November, 16 Uhr und 20 Uhr (ausverkauft); Freitag, 18. November, 20 Uhr, sowie am Sonnabend, 19. November, 16 und 20 Uhr.

Von Reinhold Krause

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