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Brunnen am Oberntor wechselt Besitzer

Springe Brunnen am Oberntor wechselt Besitzer

Der Förderverein Kunst und Kultur löst sich Ende des Jahres auf, obwohl er eigentlich gern weitermachen würde. Künftig wird sich daher der Ortsrat um den Brunnen am Oberntor kümmern.

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Vorm Brunnen: Andreas Rimkus (von links), Gerd-Dieter Walter, Jürgen Trotte und Karl-Heinz Friedrich.

Quelle: Mischer

Springe. Springe. Von manchen wird er geliebt, von anderen nicht so sehr: Jetzt ist der Rimkus-Brunnen am Oberntor in neuer Obhut. Der Verein, der sich bisher um die Pflege des plätschernden Kunstwerks gekümmert hat, löst sich Ende des Jahres auf, obwohl er eigentlich gern weitermachen würde. Das kann er aber nicht, denn es gibt Unstimmigkeiten mit Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich. Künftig wird sich wohl der Ortsrat um den Brunnen kümmern.

„Ablehnung nicht begriffen“

Springes ehemaliger Ortsbürgermeister Jürgen Trotte (SPD) bedauert, dass der Förderverein Kunst und Kultur, dessen Vorsitz er nach dem plötzlichen Tod von Karsten Marock übernommen hat, keine Perspektive mehr hat. Gegründet wurde er 2010, um Spendengeld für die Gestaltung der Innenstadt zu sammeln. Tatsächlich ging es aber in erster Linie darum, Geld für den Rimkus-Brunnen zusammenzutragen: Nur der Verein konnte nämlich Spendenquittungen ausstellen. Was er auch häufig gemacht hat.

„Wir würden gern weiter Spenden für die Innenstadtgestaltung sammeln“, sagt Trotte nun. Für neue, andere Projekte. Er hätte sich gewünscht, dass alle Ortsratsmitglieder dem Verein beitreten. Der jetzige Ortsbürgermeister, Karl-Heinz Friedrich, habe daran kein Interesse, sagt Trotte. „Die Ablehnung habe ich ehrlich gesagt nicht begriffen“, räumt der ehemalige Ortsbürgermeister ein. Und konstatiert während der feierlichen Übergabe des Schlüssels für das Spendenfach des Brunnens, dass der jetzige Ortsrat „offenbar andere Ziele“ verfolge.

Friedrich sagt, er habe nichts dagegen, dass der Verein weiter um Spenden für Projekte wirbt. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass der Ortsrat bereits über ein eigenes Budget für Projekte in der Innenstadt verfüge. Sollten aus den Reihen des Vereins überdies Projekte angestoßen werden, müsse ohnehin wieder der Ortsrat darüber entscheiden, ob und wo sie realisiert werden. Der Verein verfügt demnach lediglich über ein recht begrenztes Betätigungsfeld.

Rund 1000 Euro befinden sich in der Kasse des Fördervereins, sagt Trotte. Was damit geschehen soll, steht für den Gründer und Vorsitzenden außer Frage: Das Geld soll zurück in die Stadtkasse fließen, wenn sich der Verein schließlich auflöst. So steht es in der Satzung, betont Trotte.

Brunnen gilt als wartungsanfällig

Und was geschieht mit dem Geld? Für Erhalt und Wartung des Brunnens muss die Stadt aufkommen, betont Friedrich. Der Betrieb des Schmiedekunstwerks ist indes nicht kostenlos zu haben: Die Wartungsarbeiten finanziert allerdings die Stadt.

Während der Sommersaison war der Brunnen längere Zeit defekt. Das lag offenbar daran, dass ein Bauteil nicht rechtzeitig geliefert werden konnte. Brunnen-Bauer Andreas Rimkus betont, dass das kalkhaltige Wasser allen städtischen Brunnen zusetze. Gerd-Dieter Walter von der Verwaltung kann sich deshalb vorstellen, dass die Brunnen künftig mit kalkfreiem Wasser befüllt werden, um die Pumpen zu schonen und damit Wartungskosten zu senken. Fachleute hatten zuvor errechnet, dass die Betriebskosten für Wasser und Strom bei 65 Cent pro Tag liegen. Energie und Wasser für den Betrieb des Schmiedewerks spenden regionale Energieunternehmen.

Für Trotte jedenfalls steht fest, dass der Brunnen eine Erfolgsgeschichte ist: Er habe geholfen, die Innenstadt zu beleben „und das Ziel erreicht, Kinder zu begeistern“. Auch Rimkus spricht von einer Erfolgsgeschichte. Nach der Schlüsselübergabe schrieb er dem Ortsrat ins Stammbuch, er möge daran arbeiten, die Innenstadt weiter zu beleben.

Der Springe-Brunnen hatte rund 150 000 Euro gekostet. Die Summe hatte damals der Verein selbst aufgebracht – mittels Spendengeld. Lediglich das Pflaster um den Brunnen hatte der Ortsrat finanziert. Die Form des Brunnens hat Rimkus aus dem Springer Stadtwappen entwickelt. Eine große Attraktion stellt er für Kinder dar: Sie können an etlichen Hebeln ziehen und Knöpfe drücken, woraufhin sich verschiedene Dinge in Bewegung setzen. Allerdings ist die Konstruktion recht aufwendig und kompliziert, weshalb sie unter Experten als wartungsanfällig gilt.

Von Ralf T. Mischer

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