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Brunnenstreit: Die Stadt wehrt sich

Springe Brunnenstreit: Die Stadt wehrt sich

Seit Herbst steht am Bennigser Bahnhof ein Wasserspender in schlichter Edelstahloptik. Das Design sorgt jedoch für Unmut: Nun will niemand den Spender in Auftrag gegeben haben.

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Brunnen des Anstoßes: Der Trinkwasserspender am Bennigser Bahnhof.

Quelle: Schüller

Springe. Die Stadt schlägt im Bennigser Brunnenstreit ein neues Kapitel auf: Sie könne belegen, dass der Ortsrat selbst den Auftrag zum Bau des umstrittenen Wasserspenders am Bahnhofsgebäude gegeben hat, sagt der Rathauschef Gerd-Dieter Walter: „Wir sind nicht der Buhmann.“

Rückblende: Im Herbst war der Spender in Edelstahloptik an der Südseite des Hauses angebracht worden - und bietet seitdem kostenlose Erfrischung. Doch der Rudolf-von-Bennigsen-Förderverein, der das Projekt einst angeschoben hatte, zeigte sich wenig erquickt: Die Gestaltung sei unschön und so nicht gewünscht gewesen. Ex-Ortsbürgermeister und Fördervereinsmitglied Hartmut Rieck verstieg sich gar zu der Schmähung, das ganze Machwerk sehe aus wie eine „mittelmäßige Pinkelbude“. Kurzerhand weigerten sich die Förderer, die anfallenden Kosten zu übernehmen.

Der Ortsrat sprang ein - zähneknirschend, wie Bürgermeister Volker Gniesmer betonte. Denn eigentlich wollte man nur die Betriebs- und Unterhaltungskosten von rund 200 Euro im Jahr sowie mögliche Reparaturen begleichen. Bis zuletzt war die Frage offen: Wer hat den Brunnen bestellt? Gniesmer verwies auf eine mündliche Absprache zwischen der Stadt, Rieck und Fördervereinschef Peter Kimmel.

Rieck hatte das später zurückgewiesen: Einigkeit habe es mit der Stadt lediglich in Sachen Leitungsverlegung gegeben: Diese sei kurzerhand während der ohnehin geplanten Umbauarbeiten im Gebäude durchgeführt worden. Mehr habe der Ortsrat jedoch nicht verlangt. Die Stadt habe ohne Absprache „dieses potthässliche Ding an die Hauswand“ genagelt, schimpfte Rieck. Er verlangte Akteneinsicht, um den tatsächlich Verantwortlichen im Rathaus ausfindig zu machen.

Da kann Verwaltungsleiter Walter helfen: Der Ortsrat selbst habe der Hochbau-Abteilung im Rathaus den Auftrag zur Anschaffung und zum Aufbau des Brunnens gegeben - und zwar unter Vorsitz und in Person von Riecks Bürgermeister-Nachfolger Gniesmer: „Das ist per E-Mail-Verkehr belegbar“, sagt Walter. Rieck selbst habe vor seinem plötzlichen Rücktritt das Projekt lediglich „angeregt und auf den Weg gebracht“, erinnert sich der Rathauschef.

von Christian Zett

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