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DRK hilft bei Mega-Bombenräumung

Springe DRK hilft bei Mega-Bombenräumung

Bei der großangelegten Bombenräumung am Sonntag in Hannover sind auch 17 Helfer und 13 Fahrzeuge aus Springe im Einsatz.

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Ulrich Tegtmeier, Leiter des fünften Einsatzzuges, überprüft die Feldküche und Fahrzeuge vor dem Einsatz am Sonntag.

Quelle: Saskia Helmbrecht

Springe. Hannover steht die größte Evakuierungsmaßnahme seit Ende des Zweiten Weltkrieges bevor: Etwa 50.000 Menschen müssen am 7. Mai ihre Wohnungen in den Stadtteilen List, Nordstadt und Vahrenwald verlassen. Auch der fünfte Einsatzzug des DRK Springe ist vor Ort. 17 Helfer mit 13 Fahrzeugen werden am Sonntag im Einsatz sein, sagt Einsatzzug-Leiter Ulrich Tegtmeier.

„Es gibt so viele Einsatzabschnitte, das ist der Wahnsinn“, weiß Tegtmeier. Die Helfer aus Springe werden im Abschnitt Süd/Ost an der Werner-von-Siemens-Schule unterwegs sein. Bereits um 5 Uhr fahren die Ehrenamtlichen an der Rettungswache los, um pünktlich um 6.30 Uhr in Hannover zu sein. „Wir werden an der Gottfried-Keller-Straße mehrere Ausgabestellen einrichten und übernehmen den Betreuungsdienst“, sagt der 62-Jährige.

Die Helfer werden sich vor allem um liegende und Rollstuhl-Patienten kümmern und ihnen das Essen bringen. 300 Mittagessen und 300 Abendessen stehen allein in diesem Abschnitt auf dem Programm. „Weil in diesem Abschnitt viele Ältere und Kranke sind, haben wir am Sonntag eine besondere Klientel zu versorgen.“ Viele Ältere seien nervös, aufgeregt und unruhig: „Da sind wir auch für eine seelische Betreuung zuständig.“

Wenn Tegtmeier auf den Gesamteinsatzplan blickt, ist der Leiter des Einsatzzuges auch etwas angespannt: „Ich bin seit vorgestern nur noch am Rumwirbeln.“ Ein Einsatz in dieser Größenordnung sei auch immer spannend - trotz der Erfahrung, die die Kräfte mitbringen. „Und stündlich kann sich die Aufteilung und Planung in Hannover ändern“, weiß Tegtmeier, der erst vor zwei Wochen über den Einsatz in Hannover benachrichtigt wurde. „Bei dieser Dimension hatten wir aber schon damit gerechnet.“

Bis Sonntag haben die Ehrenamtlichen noch alle Hände voll zu tun: „Wir haben am Montag den Feldkochherd überprüft und mussten feststellen, dass ein Gasschlauch undicht ist und haben sofort den Gasinstallateur beauftragt, einen neuen zu besorgen.“

Die 17 Helfer aus Springe, neun aus der Bereitschaft Laatzen und sieben Kräfte von der Reiterstaffel Schulenburg, mussten benachrichtigt werden. Damit ist der fünfte DRK-Einsatzzug „Katastrophenschutz“ mit insgesamt 33 Menschen dabei. „Wir vom Katastrophenschutz werden vor allem bei Großschadenslagen alarmiert und waren zum Beispiel beim Hochwasser an der Elbe im Einsatz, aber auch beim Regiobus-Großbrand und dem Feuer an der Bisonhalle.“

Sanitärdienste übernehmen die Springer auch bei Veranstaltungen, wie dem Hubertusfest - alles ehrenamtlich, wie Tegtmeier betont. Spontan alarmiert wurde das DRK auch bei der großen Bombenräumung in der Südstadt vor zwei Jahren. „Jetzt sind wir gut vorbereitet und informiert.“ Auch wenn die Springer - anders als ursprünglich geplant - nicht kochen müssen, werden sie ihre Vorräte für den Notfall mitnehmen und den Kräften bei Bedarf unter die Arme greifen.

Schwierig zu planen sei der 7. Mai für die Einsatzkräfte trotzdem: Wann die Arbeit am Sonntag zu Ende geht, ist noch offen. „Es heißt: Open-End. Das ist natürlich eine große Belastung für die Leute vor Ort, vor allem, wenn sie am Montagmorgen wieder früh zur Arbeit müssen.“

Derzeit sucht die DRK-Abteilung händeringend nach neuen Mitstreitern jedes Alters - 32 im Alter zwischen 20 und 69 Jahren sind derzeit aktiv. „Keiner braucht hier Vorkenntnisse - jeder kann mitmachen.“ Für Sonntag drückt Tegtmeier die Daumen, dass der Einsatz ohne Probleme über die Bühne geht und alle Aufgaben erledigt werden können. „Der schlechteste Fall wäre natürlich, wenn die Bombe in Hannover am Sonntag hochginge.“

Darum geht es:

Experten vermuten auf einem Betriebsgelände der Üstra mehrere Bomben-Blindgänger – von der Evakuierung betroffen sind die Stadtteile List, Nordstadt und Vahrenwald. Für alle Einsatzkräfte bedeutet die Evakuierung einen großen, logistischen Aufwand. Es sind Shuttle-Busse und Notunterkünfte bereitgestellt und die Polizei muss kontrollieren, ob alle Wohnungen auch wirklich leer sind. Mehrere große Einrichtungen, wie die zentrale Polizeidirektion, müssen geräumt werden. Die Stadt hat außerdem ein Bürgertelefon eingerichtet.

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