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„Das war ganz gruselig“

Springe „Das war ganz gruselig“

Viel Schnee und ein privater Parkplatz in der Springer Innenstadt: Vor dieser Kulisse soll ein 48-jähriger Springer einen 24-jährigen Autofahrer aus Hannover gleich mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Richterin Mandy Urbschat verurteilte den Angeklagten wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 750 Euro.

Springe. Der Angeklagte wollte im Januar für eine Firma Schnee auf dem Privatgelände wegräumen, als er den jungen Mann und seine Freundin auf dem Gelände entdeckte. Dort unternahm der Fahrer mit angezogener Handbremse gezielt Rutschpartien. Der Parkplatz sei mit Flatterband abgesperrt gewesen, das der junge Mann einfach durchfahren hätte, berichtete der Springer. Auch Schilder, die auf das Privatgelände aufmerksam gemacht hätten, habe er offenbar ignoriert. Als er den Fahrer ansprach, habe der ihn beleidigt mit den Worten: „Hau ab, du Idiot.“ Auch habe der junge Mann ihn fortlaufend geduzt. Daraufhin verpasste der 48-Jährige dem jungen Mann eine Ohrfeige. „Ich wollte ihn nicht verletzen“, erklärte der 48-Jährige. Auch habe er nur einmal zugehauen.

Der 24-Jährige schilderte die Situation in seiner Zeugenaussage so: „Dass es sich um Privatgelände handelt, wusste ich nicht.“ Flatterband habe allenfalls in einer Ecke gelegen. Auch habe es schon viele Reifenspuren gegeben. Weil der Schnee zu hoch gewesen sei, habe das junge Paar das Areal nach einigen „Drifts“ wieder verlassen wollen. Doch ein geparkter Transporter habe die Ausfahrt versperrt.

Der Angeklagte sei aus diesem Wagen auf das Paar zugekommen, und der 24-Jährige kurbelte die Fensterscheibe herunter. Daraufhin habe der Angeklagte ihn angeschrien und wild gestikuliert. In dieser Situation landete das erste Mal die Hand des Springers im Gesicht des jungen Mannes. „Das war möglicherweise noch im Eifer des Gefechts“, berichtete er. Als der 24-Jährige daraufhin allerdings die Tür öffnete, habe der Angeklagte ihn weitere drei- oder viermal mit der Rückseite seiner Hand ins Gesicht geschlagen. Seine Nase begann zu bluten. Auch seine Brille verlor der junge Fahrer während dieser Attacke.

Er habe versucht, deeskalierend auf den Angeklagten einzuwirken, und sich entschuldigt, berichtete der junge Mann weiter. Seine Freundin erinnerte sich an diesen Abend mit Schrecken. „Das war ganz gruselig“, erzählte sie mit Blick auf den Angeklagten, der auf sie zugekommen und ihren Freund attackiert hatte. „Warum haben Sie ihn geschlagen?“, fragte Richterin Urbschat den Mann. „Sie hätten doch einfach die Polizei rufen können.“ Sein Verteidiger antwortete: „Im Affekt ist es eben passiert.“

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