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Debatte um Krankenhaus hört nicht auf

Springe Debatte um Krankenhaus hört nicht auf

In der SPD beobachtet man Gabriela Kohlenbergs Mission mit hochgezogenen Augenbrauen: Seit Monaten bombardiert die CDU-Regionsabgeordnete die Regionsverwaltung mit Fragen zum Krankenhaus Springe, zur Schließung, zur Nachnutzung, zur Notfallambulanz, zur Flüchtlingsunterkunft. Die Sozialdemokraten wittern Taktik - das Thema solle bis zur Kommunalwahl 2016 am Köcheln bleiben.

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Die Zeiten des Rondells vor dem Klinikum sind gezählt: Dort sollen Parkplätze entstehen.

Quelle: Zimmer

Springe. Kohlenberg empört solch ein Verdacht: „Peinlich“ sei das, schimpft sie. Und kündigt schon den neuen Katalog an, der Regionspräsident Hauke Jagau auf den Tisch flattern soll. „Er soll Farbe bekennen“, sagt Kohlenberg.

Wer die bisherigen Dokumente durchackert, der entdeckt Argumente für beide Seiten: Es gibt Fragen - etwa zur wirtschaftlichen Situation des Klinikums -, zu denen die Antworten Kohlenberg schon vorher bekannt gewesen sein dürften: Sie saß lange im Aufsichtsrat des Unternehmens. Kohlenberg will nach eigener Darstellung gleich zwei Ziele erreichen mit ihren mittlerweile 72 Fragen: Sie will Informationen - und sie will etwas beweisen.

Die Informationen, die bekommt sie zuhauf: Auf mehreren Seiten hat Jagau der Abgeordneten geantwortet und sich dabei in der Regel bei den Infos des Klinikums selbst bedient. Dass er sich darauf beruft, ist nicht selbstverständlich: Denn bei der Region galt auch die langjährige und von den Verantwortlichen öffentlich viel gelobte Kooperation zwischen den Häusern Springe und Gehrden als Zukunftsmodell. Bis die Medizinstrategie ihr ein jähes Ende setzte.

Was will Kohlenberg nun beweisen? Innerhalb der Regions-CDU ist ein Hauptkritikpunkt an Rot-Grün und am Klinikum die mangelnde Transparenz. Die Christdemokraten hatten etwa lange genaue Bilanzzahlen für alle Klinikstandorte gefordert. Irgendwann gaben die Verantwortlichen nach, verwiesen darauf, dass die Zahlen bei strategischen Entscheidungen wie der Schließung Springes keine Rolle spielten. Und handelten sich trotzdem den Vorwurf der Verschleierung ein. Darauf zielt auch Kohlenbergs Taktik ab: 72 Fragen, das bedeutet auch: Seht her - so viele Dinge sind ungeklärt. Stolz verweist die Abgeordnete darauf, was ihr Krankenhaus-Mitarbeiter erzählt hätten: Dass Verantwortliche des Klinikums mit einem ihrer Fragenkataloge durch die Räume an der Eldagsener Straße gelaufen seien und ihn Punkt für Punkt abgearbeitet hätten. „Da hat sich vorher jemand keine Gedanken gemacht.“

Bei Kohlenbergs jüngster Fragerunde geht es um Nachnutzung und Flüchtlingsunterkunft: Was ist der Stand der Dinge? Wurden schon Gespräche geführt? Wer wurde wann informiert? Dass sie auch jetzt wieder mehrere Wochen auf eine Antwort wird warten müssen, ist ihr klar. Trotzdem will sie es wissen: „Man darf die Region nicht aus der Verantwortung entlassen.“

Von Christian Zett

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