Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Der Kampf gegen Windmühlen

Lüdersen Der Kampf gegen Windmühlen

Der Widerstand gegen die geplanten Windkraft-Flächen im Nordosten des Stadtgebiets organisiert sich: In Lüdersen soll eine Bürgerinitiative entstehen, die sich auch mit den umliegenden Ortschaften vernetzt.

Lüdersen. Außerdem sollen möglichst viele Bürger zu Stellungnahmen bewegt werden.Bis zur Frist am 17. August soll zunächst jeder Bürger seine Bedenken einzeln formulieren. Dabei helfen Ortsbürgermeisterin Ursel Postrach mit ihren Mitstreitern aber mit - per elektronischer Post. Sie haben eine E-Mail mit Erklärungen und Textbausteinen entworfen, die den Anwohnern bei deren eigenen Text helfen soll. „Wir haben für den Verteiler schon weit über 100 interessierte Bürger“, sagt Postrach. Am Wochenende soll die E-Mail an alle verschickt werden.

Wenn jeder Bürger seine eigene Stellungnahme an die Region schicke, habe das mehr Wirkung als ein gemeinsamer Text mit Hunderten Unterschriften, ist sich Postrach sicher.

Um den Protest gegen die geplante, 400 Hektar große Vorrangfläche zwischen Lüdersen, Hiddestorf und Pattensen auf feste Beine zu stellen, soll bald eine Bürgerinitiative gegründet werden. 200 Unterschriften sind dafür notwendig. Einen genauen Fahrplan für den Start der Initiative gibt es aber noch nicht.

Argumente sammeln die Organisatoren des Protests schon länger. Sie haben etwa interne Berechnungen angestellt - und sind auf für sie selbst erstaunliche Erkenntnisse gestoßen: „Bislang hatte ich immer die mulmige Vorstellung, dass wir nach dem Bau von Windrädern östlich von Lüdersen in Zukunft von unserem Balkon auf riesige Windräder hinuntersehen werden“, sagt Wolfgang Salomon. „Aber dann ist mir klar geworden, dass das falsch ist: Wir werden in Zukunft zu den Windrädern hinaufsehen!“ Anwohner fürchten auch aufgrund der möglichen Höhe der Anlagen, dass weite Teile des Ortes - je nach Jahreszeit und Sonnenstand - vom Schlagschatten der Räder betroffen werden könnten.

Die Stadt hatte bereits in einem ersten Verfahren Bedenken gegen das neue Gebiet vorgebracht - war dabei aber bei der Region auf Ablehnung gestoßen. Als sich durch einen Verfahrensfehler eine neue Chance auf öffentliche Beteiligung bot, forderte die Verwaltung die betroffenen Bürger auf, diese Chance zu nutzen.

Mitmachen – so geht es

Jeder Bürger kann noch bis zum 17. August bei der Region Hannover Einwendungen gegen das geplante Vorranggebiet einbringen. Das ist möglich, weil die Region die Öffentlichkeitsbeteiligung wegen eines Formfehlers wiederholen muss. Die Stadt Springe hatte ihre Argumente gegen die Windpark-Fläche bereits vorgebracht – ohne Wirkung. Die Einwendungen können mit Namen und Adresse geschickt werden an die Region, Team Regionalplanung, Höltystraße 17, 30171 Hannover, oder per Mail an regionalplanung@region-hannover.de.

von Benedikt Dittrich und Christian Zett

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.