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Der Ruf nach Jagd ist nur eine Frage der Zeit

Springe Der Ruf nach Jagd ist nur eine Frage der Zeit

Bei einer Podiumsdiskussion schätzen Experten das Wachstum der Wolfspopulation unterschiedlich ein.

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Experten wie die Vogelsangs widersprechen der Forderung, die Zahl der Wölfe durch Jagd zu begrenzen.

Quelle: Foto: Voigtmann

Springe. Gerade wenn es um Wölfe geht, ist bei einer Podiumsdiskussion kein einstimmiges Geheul zu erwarten. Auf der einen Seite Jäger und solche, die Schadensfälle regulieren, wann immer Wölfe Weidetiere reißen. Auf der anderen Seite Menschen wie der Wolfsberater Matthias Vogelsang, der zusammen mit seiner Frau einen Großteil der Timber- und Polarwölfe im Springer Wisentgehege aufgezogen hat. Die Heinz-Sielmann-Stiftung hatte zu einem Dialog unter dem Thema: „Der Wolf ist zurück - was nun?“ in die Räume des Jagdschlosses eingeladen. Auf dem Podium: Menschen, die in unterschiedlicher Art und Weise mit dem Thema umzugehen haben.

„Sie bleiben zwar wilde Tiere, sind aber an den Menschen und die Nähe zu ihm gewöhnt“, sagt Vogelsang zu den wieder heimisch gewordenen Tieren. Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, brachte Hochrechnungen an, wonach die Zahl der hierzulande lebenden Wölfe in jedem Jahr um etwa 30 Prozent zunimmt. Die Jägerschaft, von der Landesregierung mit dem Wolfsmonitoring beauftragt, meldet die Bestände an das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Behörde. Da es gar nicht möglich sei, alle Wölfe hinter sichere Zäune wie die des Wisentgeheges zu bringen, sei es eine Frage der Zeit, „wann die Menschen beginnen, gegen einen unbegrenzten Schutz der Wölfe zu protestieren und nach der Jägerschaft rufen“, betonte Dammann-Tamke. Christian Boele-Keimer, Leiter des niedersächsischen Forstamtes Saupark, moderierte das Gespräch. Nach den Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft unterliegen Wölfe nach aktuellem Stand nicht dem Jagdrecht, sondern dem Bundesnaturschutzgesetz. Doch die Stimmen, die nach Veränderung rufen, werden immer lauter. Das wurde in der Diskussion sowohl in den Beiträgen auf dem Podium als auch durch die Fragen und Einwendungen des Publikums deutlich.

Vogelsang räumte ein, dass man natürlich Nutztierhalter unterstützen müsse. Zu seiner Linken sprach die Mitarbeiterin des Wolfsbüros im niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Verena Harms, von Entschädigungsleistungen für Nutztierrisse. Ihrer Meinung nach ist es eine Frage politischen Willens, ob Wölfe gejagt werden sollten. Präsident Dammann-Tamke machte deutlich, dass in vielen EU-Ländern die Wolfsbestände so bereits auf einem gewissen Niveau gehalten würden.

Auch Ottmar Ilchmann, der Vorsitzende des Landesverbandes Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen hat mit Konfliktfällen zu tun, wann immer ein Wolf als Raubtier sich Beute auf Weiden sucht. Seine Position: „Die Politik ist gefordert, den Landwirten zu helfen.“

Dem stimmte auch Vogelsang zu. Der Annahme, die Wolfspopulation würde ins Unermessliche steigen, widersprach er dagegen. Weil die Wolfsrudel ein Areal in einer gewissen Größenordnung für sich in Anspruch nähmen und auch verteidigten, sei eine Begrenzung der in Deutschland möglichen Rudel gegeben.

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