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Dicke Luft um Lüdersens Windpark

Springe Dicke Luft um Lüdersens Windpark

Der Ärger um die Windenergieanlage auf der Vorrangfläche zwischen Lüdersen, Hiddestorf und Pattensen geht weiter. Jetzt soll die Deutsche Flugsicherung Einwände erhoben haben.

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Um solche Windräder ist der Streit entbrannt.

Quelle: Mischer

Springe. Lüdersen. Entwarnung in Lüdersen? Laut Angaben der Bürgerinitiative Gegenwind Lüdersen hat sich die Deutsche Flugsicherung erneut gegen die Errichtung von Windenergieanlagen auf der Vorrangfläche zwischen Lüdersen, Hiddestorf und Pattensen ausgesprochen. Auf Anfrage bestätigte die Region gestern, dass die Deutsche Flugsicherung Einwände gegen zwei Anträge erhoben hat.

In Lesart der Windkraftkritiker dürfen damit weitere sechs „Riesenwindräder von jeweils 233 Metern Höhe“ nicht gebaut werden. Bereits im Januar hatte die Region nach dem Veto der Flugsicherung die Genehmigung für sieben ebenfalls von der Betreiberfirma UKA geplante Anlagen auf Pattenser Gebiet versagt. Weitere sechs Anlagen des Windparks Pattensen-Südwest im Außenbereich von Springe werden nun ebenfalls abgelehnt.

Hintergrund sind mögliche Störungen für das Drehfunkfeuer Sarstedt, in dessen Schutzbereich die Vorrangfläche liegt - und auch militärische, flugbetriebliche Gründe wegen einer Tiefflugzone für Militärhubschrauber und Rettungshubschrauber.

„Mit dem Veto bestätigen sich Bedenken, die alle betroffenen Kommunen wie auch wir bereits bei der Aufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms vorgebracht haben“, sagt Michael Buckup von der Bürgerinitiative. Berechtigte Zweifel gebe es auch wegen „sehr wahrscheinlicher Konflikte im Artenschutz“, die bei der Aufstellung ignoriert wurden.

Das Nein der Flugsicherung habe nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die millionenschweren Windparkpläne der UKA, die nach Einschätzung der Windkraftgegner gegen das Verbot klagen wird „Damit könnte nach übereinstimmender Ansicht von Rechtsexperten auch die gesamte Vorrangfläche ihre Zweckbestimmung verlieren.“

Diese eindeutige Einschätzung teilt die Region indes nicht. „Da sich die Stellungnahme ganz konkret auf diese beiden Anträge bezieht, kann die Region keine Rückschlüsse auf künftige Anträge ziehen.“ Die Region als Genehmigungsbehörde prüfe aktuell abschließend, wie mit den Anträgen umzugehen ist.

Die Bürgerinitiative schätzt die Sache so ein: „Absicht des Raumordnungsplanes ist es ja, mit der Festlegung von Vorrangflächen den Bau neuer Anlagen auf diese Flächen zu begrenzen und andere Flächen auszuschließen. Mit dem Nein der Flugsicherung ist genau das ausgeschlossen, die Vorrangfläche kann in der aktuellen Fassung nicht Bestandteil des Regionale Raumordnngsprogramms bleiben.“

Bürgermeister Christian Springfeld widerspricht dieser Einschätzung. „Wenn die Fläche im Raumordnungsplan wackelt, entfaltet sie auch keine Ausschlusswirkung mehr. Dann hätten wir nicht nur einen veralteten Flächennutzungsplan ohne jede Steuerungswirkung im Hinblick auf die Windkraft, sondern auch noch eine in dieser Hinsicht wirkungslose übergeordnete Regionalplanung.“ Einen dringenderen Grund, den eigenen Flächennutzungsplan zu überarbeiten könne es fast nicht geben. Vorrangflächen habe Springe bereits.

Nach Auffassung der Bürgerinitiative Gegenwind Lüdersen müssen alle Aktivitäten der Stadt im Zusammenhang mit der Änderung des Flächennutzungsplanes unterbleiben. „Erst wenn eventuelle Klagen der Firma UKA gegen die Ablehnung ihrer Bauanträge entschieden sind und der Raumordnungsplan mit oder ohne die Vorrangfläche genehmigt ist, darf die Stadt weitere Schritte überlegen. Für „besonders bedenklich“ halten die Windkraftgegener es, dass die Stadt „nach Ansicht ihres eigenen Anwalts bei der Änderung des Flächennutzungsplanes eine geeignete Ersatzfläche für das umstrittene Vorranggebiet ausweisen müsste“.

„Auf die Vorschläge des Bürgermeisters wären wir sehr gespannt“, bilanziert Michael Buckup, Vize-Chef von Gegenwind Lüdersen.

Von Ralf T. Mischer

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