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Die Liebe als Ohrwurm

Springe Die Liebe als Ohrwurm

Auf dem Hermannshof in Springe-Völksen drehte sich jetzt alles um die Liebe: Ein Musiker, eine Sängerin und Autor Bernd Rauschenbach versuchten, das Gefühl der Gefühle zu erklären.

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Bernd Rauschenbach (links), Britta Rex und Erwin Kühn spielen vor winterlicher Kullisse. FOTO: BÄHRE

Springe. Völksen. „Die Männer mögen das Feuer entdeckt haben, aber die Frauen wissen immer, wie man damit spielt“: Dieses Zitat der US-Schauspielerin Sarah Jessica Parker leitet perfekt über zur Veranstaltung auf dem Hermannshof. Bei prasselndem Holzfeuer und frostiger Kälte begrüßte Eckhart Liss dort die Gäste zum Lesekonzert. Mit Jazz, Pop, volkstümlicher Musik und Lyrik wurde es heiß: Es ging um das Thema Liebe.

Bernd Rauschenbach stellte zu Beginn die zentrale Frage des Abends: „Was ist es bloß, was man Liebe nennt?“ Schließlich gehe es schon in der allerersten Geschichte der Welt, in der von Adam und Eva, um die Liebe. Seitdem hätten die Dichter keine Gelegenheit versäumt, die Liebe zu besingen, seien es ihre schönen, seien es ihre schmerzlichen Seiten - Herz und Schmerz.

Britta Rex mit Gesang und Erwin Kühn an der Gitarre vervollständigten das Trio des Lesekonzerts. „Liebe ist seltsam und kompliziert“, stellte Rex zunächst musikalisch fest. Bekannte Ohrwürmer wie „Eins und eins, das macht zwei“ stimmten rund 50 Zuhörer auf das Thema ein. Rauschenbach gab mit monotoner Stimme Triviales zum Besten oder zitierte Loriot mit „Männer und Frauen passen nicht zueinander“.

Das Trio nahm sich die kuriosen und skurrilen Absurditäten vor, den Unfug, den Wahnsinn, den die Liebe bisweilen herbeiführt. Zu hören waren weitere Gedichte im Wechsel mit Liedern von Kurt Schwitters, Carlos Jobim, Udo Lindenberg, Paul Simon, Goethe und Kurt Tucholsky.

Überspitzt zitierte Rauschenbach „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Übertrieben betont folgte mehrfach das „damm, damm“ des Liedes. Mit tiefer Ironie in der Stimme bezeichnete er das Lied als das „Hauptwerk des großen deutschen Dichters Drafi Deutscher“. Den Totalitätsanspruch der Liebe konnten die Anwesenden beim überraschenden Ende des Lesekonzerts greifen. Aber ohne Zugabe ließen sie das Trio nicht von der Bühne.

Erwin Kühn spielt seit seinem zwölften Lebensjahr Gitarre und ist Vollblutmusiker. Britta Rex arbeitet als Sängerin, Komponistin und Lehrbeauftragte. Bernd Rauschenbach ist heute als Literaturwissenschaftler und Autor tätig.

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