Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Die Ruine soll endlich weg

Springe Die Ruine soll endlich weg

Nach Jahren des Stillstands soll sich an einer der schlimmsten Dreck-Ecken der Stadt endlich etwas tun: Bis nächste Woche will die Stadt zumindest einen Teil der maroden Schuppen am Bahnhof abtragen lassen - und damit einen Schandfleck beseitigen, der insbesondere per Zug ankommende Gäste einen schlechten Eindruck von Springe vermittelt hat.

Springe. Damit hat die Stadt nach längeren Gesprächen mit der Region ein Szenario verhindert, das zuletzt zur Debatte stand: Erst 2018, wenn die Region mit Fördermitteln für den geplanten Pendlerparkplatz-Bau rechnet, sollten auch die Schuppen weichen. Für Politik und viele Bürger ein kleiner Albtraum: So lange sollte Springe noch mit den unansehnlichen Ruinen leben?

Auch bei der Stadt wollte man das nicht so recht hinnehmen. Und stieg noch einmal in Verhandlungen mit der Region ein. Ergebnis: „Wir zahlen jeder die Hälfte der Kosten des vorgezogenen Teilabrisses“, erklärte Springes Bau-Fachbereichsleiter Reinhard Schade gestern. Er rechnet mit Kosten im mittleren bis höheren fünfstelligen Bereich. Endgültig stehe das aber erst fest, wenn die beauftragte Firma ihre Leistung in Rechnung gestellt hat.

Geplant ist dabei erst mal nur die Beseitigung des tatsächlich eingestürzten Teils. Das gesamte Ensemble neben dem Bahnhof besteht aus drei Gebäuden in unterschiedlichem Zustand.

Auch planerisch ist der Abriss laut Schade eine kleine Herausforderung: Weil der Schuppen nicht von der Gleisseite her erreichbar ist, soll er per Bagger von der Straße und dem Bahngelände aus abgetragen werden. Um den Bahnverkehr dabei nicht zu gefährden, müssen die Arbeiter vorsichtig vorgehen. Man bespreche die Pläne aus diesem Grund auch mit dem Bahn-Konzern, so der Fachbereichsleiter.

Die Schuppen sind Politik und Bürgern schon seit Jahren ein Dorn im Auge - immer wieder gab es Forderungen an die Stadt zu handeln. Doch das war schwierig - denn der frühere Eigentümer, ein Planungsbüro aus Ostwestfalen-Lippe, war laut Rathaus lange nur schwer zu erreichen oder wenig verhandlungsbereit.

Die Firma hatte das Gelände gekauft, um die Schuppen abzureißen und einen kostenpflichtigen Pendler-Parkplatz zu errichten. Doch dann stockten die Gespräche mit der Region; es ging um eine Buswende-Spur und den Winterdienst. Und schließlich schien das Vorhaben gar nicht mehr so lukrativ für den Investor.

Die Region, die das Vorhaben von Anfang an abgelehnt hatte, stieg schließlich in die Verhandlungen über einen Rückkauf mit ein. Dabei ließ sich der Investor nicht nur den Kaufpreis zurückzahlen - sondern auch Ausgaben, die er seitdem mit Blick auf die Flächen hatte. Am Ende wurden sich die Beteiligten einig - seitdem ist Bewegung in die Sache gekommen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten
Springe – Stadt am Deister

An der Deisterpforte liegt das 30.000-Einwohnerstädtchen Springe. Fachwerk, Jagd und Tiere: Kommen Sie mit auf eine fotografische Reise durch die Deisterstadt.