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Die Schwalben sind hier noch willkommen

Eldagsen Die Schwalben sind hier noch willkommen

Sie engagieren sich für die kleinen Flitzer der Lüfte, die Schwalben. Zahlreiche Schwalbennester zieren die Unterseite der Dachüberstände am Wohnhaus sowie den Scheunen des Hofes Bertram in Eldagsen.

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Rudolf Bertram jun. bekommt von Rudolf Krause die Urkunde überreicht.

Eldagsen. Jetzt wurde Rudolf Bertram jun. auf seinem Anwesen von Rudolf Krause, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Springe, mit einer Urkunde und Plakette geehrt. „Hier sind Schwalben willkommen“ steht auf der Plakette und soll als Hinweis sichtbar auf seinem Hofeingangsschild platziert werden.

Früher habe es nur so von Schwalben auf dem Hof gewimmelt, erzählt Bertram jun., und sein Vater nickt zustimmend. Doch mittlerweile haben sich die Höfe verändert. Viele, so auch sie selbst, haben die Viehzucht eingestellt und damit den Schwalben die Nahrungsgrundlage entzogen. Kein Kuhstall oder Schweinestall ohne Rauchschwalben. Und heute? Die Schweinemastställe sind fast klinisch rein, Hygienevorschriften verlangen das. Viele Gebäude wurden umgebaut oder umgenutzt. Ein- und Auslässe, Mauerspalten oder geöffnete Fenster gehören der Vergangenheit an. Schwalbennester werden bei Gebäudesanierungen entfernt. Das ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern wird laut Naturschutzgesetz strafrechtlich verfolgt. Die gesetzlichen Hygienevorschriften hebelten an vielen Stellen den Naturschutzgedanken aus. Selbst Scheunen, in denen Getreide gelagert wird, müssten laut Vorschrift „vogeldicht“ sein. Das heißt, den gefiederten und geschützten Vogelpopulationen würde ein großer Teil seiner Lebensgrundlage, Möglichkeiten des Nestbaus sowie Futter, zum Beispiel Fliegen, Mücken und andere fliegende Insekten, entzogen.

Wenn auch die Rauchschwalben kaum noch eine Heimat auf Bertrams Hof hätten, dürfen die Mehlschwalben ungestört in ihren Nestern unter den Dachvorsprüngen ihre Brut großziehen. Sie sind unter den Schwalbenarten diejenigen, die in Niedersachsen fast flächendeckend und konstant mit 80 000 bis 120 000 Paare verbreitet sind.

Gegenüber der Rauchschwalbe mit ihrem metallisch glänzenden, schwarz-blauen Gefieder sind Bauch und Kehle der Mehlschwalbe mehlig weiß und die Füße weiß befiedert. Einige der Nester auf Bertrams Hof haben allerdings fremde Nutzer. Spatzen haben sich während der winterlichen Abwesenheit der Erbauer in die Bruthöhlen eingenistet und weigern sich nun, es zu verlassen.

Neben der Uferschwalbe, die sich vornehmlich in Brutröhren in sandigen Steilufern, Sandgruben oder Baustellen aufhält, gibt es noch den Mauersegler. Der ist größer als Schwalben, lebt fast ausschließlich in der Luft und nistet in Hohlräumen von Haus- und Felswänden.

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