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Leben wie im Mittelalter

Springe Leben wie im Mittelalter

Chips und Cola vor dem Fernseher zum Abendbrot? Gab es im Mittelalter nicht. Statt Jeans und Chucks warfen sich die IGS-Schüler zwei siebter Klassen am Freitag ein Gewand um die Schultern und verabschiedeten sich von Elektrizität und fließendem Wasser.

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Die Vereinsmitglieder von Vereinte Banner führen die Schüler ins 15. Jahrhundert ein

Quelle: Helmbrecht

Springe. „Es soll so authentisch wie möglich sein“, sagt Wiebke Bensch, die mit Bruder, Vater und zahlreichen Vereinsmitgliedern ein großes Zeltlager mit Kochstellen und selbst gebauter Holzgarnitur aufgebaut hat. Ein Blick hinter das Zelt enthüllt ein Bett, das mit Seilen gespannt ist. Bequem ist anders.

Texte aus dem Schulbuch lesen ist eine Sache - die andere ist es aber, das Gelesene hautnah zu erleben. Wie haben die Menschen im Mittelalter wirklich gelebt? Was haben sie gegessen, wie haben sie gejagt? All diesen Fragen gehen die Jugendlichen auf den Grund.

Gut, wer hinterm Bett genau hinschaut, kann auch eine nicht ganz authentisch mittelalterliche Iso-Matte erkennen. „Es geht darum, dass die Schüler im Alltag Unterschiede erkennen - was sie heute haben und was es früher gab“, so Bensch.

Bevor sie lernen, wie sie Feuer machen können, mussten sie aber erst einmal Holz holen. Gar keine leichte Aufgabe und körperliche Betätigung - weg vom Schultisch, raus in den Wald. Eine Pause? Fehlanzeige. Einen Essenslieferdienst gab es nämlich ebenfalls nicht.

Das heißt: Das Messer in die Hand nehmen und fleißig schnippeln. Auf der Karte steht: Arme-Leute-Suppe, natürlich ohne Kartoffeln. Statt Chips gab es gesunde Beeren, statt üppig belegter Brötchen einfaches Brot.

Gestärkt vom Essen konnten die Jugendlichen ihre Kampffähigkeiten unter Beweis stellen. Mit selbst gebastelten Schwertern kämpften sie um Leben und Tod - oder eben um den besten Schlafplatz in der Sporthalle. Um sich in der Nacht vor Feinden zu schützen, war Geschick am Bogen gefragt: Angela Beiße und Lars Jodjahn aus Barsinghausen von den Longbow Turkeys, einer Interessengemeinschaft für den traditionellen Bogensport.

Die richtige Verteidigung gegen die Waffen durfte natürlich auch nicht fehlen: Kurzerhand knüpften die angehenden Kämpfer ein schweres Kettenhemd.

Dabei bekamen sie Unterstützung vom Hildesheimer Verein Vereinte Banner: Am Sonntag können Eltern auf dem Gelände vorbei schauen und sich ansehen, was die Schüler auf die Beine gestellt haben.

Vielleicht wird die eine oder andere auch ein besonderes Muttertagsgeschenk wie selbst gemachtes Bärlauch-Kräutersalz, Kunsthandwerk aus der Schmiede oder selbst gewebte, bunte Armbänder in den Händen halten, die die Kinder während des Lagers hergestellt und gebastelt haben.

von Saskia Helmbrecht

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